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Altneuland · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 137

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Gross- und "Klein"-Kolonisation
Date
1904-05-01
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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— 137 — muss es genau durchforscht werden. Diese Frage ist wohl nunmehr genügend klargelegt worden. 2. Die Hebung der Agrikultur des Landes. Parallel mit dem Erforschungswerke des Landes hat die Arbeit zur Hebung der Landwirtschalt einherzugehen, da durch diese zu einem Teil, zu einem anderen Teil natürlich auch durch die Industrie im weiteren Sinne, die Aufnahmefähigkeit des Landes für neue Bevölkerung ermöglicht wird. Leider wurde diese Frage von den sämtlichen in der Palästinakolonisation bis jetzt tätigen Faktoren entweder arg vernachlässigt, wie von den kleineren Kolonisationsgesellschaften, oder falsch angelässt, wie zuerst von der Administration des Baron Rothschild und jetzt von der Verwaltung der J. C. A. Und diese Vernachlässigung und ungenügende Beachtung hat schon zu greifbaren Fehlern und Missständen geführt. Einerseits ist es eine leider häufig wiederkehrende Erscheinung, dass in den jüdischen Ackerbaukolonien die landesübliche primitive Bodenbearbeitung und Bewirtschaftung ohne bedeutende Verbesserung Platz gegriffen hat, und in einigen Fällen, wie in Kastinieh, zu dem Misserfolg der Kolonie wesentlich beigetragen hat, und in vielen anderen einen solchen Misserfolg verursachen kann. Andererseits ging man in der Anlage von Weinbergen, dazu mit nicht widerstandsfähigen europäischen Reben, sehr leichtsinnig vor und vernachlässigte viele im Lande existierende und ihres intensiven Ausbaues harrende Kulturen, so die Oliven-, Feigen-, Seidenkultur. Ganz abgesehen davon, wurden mit der Einführunoneuer Kulturen D ö fast gar keine Versuche unternommen oder nur solche, die von vornherein keine Aussicht auf einen Erfolg boten, wie die Kultur des Tees. Wie ganz anders verfahren doch die europäischen Völker bei der Anlage neuer Kolonien! Nachdem die ersten wirtschaftlichen Erkundungen stattgehabt haben, geht man an die Gründung von Versuchsgärten und Versuchsstationen, die zur Aufgabe haben, die schon im Lande verbreiteten Kulturen zu studieren, sie zu verbessern und neue Kulturen aus ähnlichen Gebieten einzuführen. Hierin unterscheiden sich die Massnahme/ für die Kultivationsgebiete, wo nur wirtschaftliche Interessen allein massgebend sind, nur wenig von denjenigen für die Siedlungsgebiete, wo das ethnische Moment vorwiegt oder vorwiegen soll. Das Programm der Versuchsanstalten wird in dem zweiten Falle noch einen Ausbau finden nach der Richtung der den Ansiedlern vorzuschlagenden

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