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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
(Originalbericht) [Nachricht] / A. A.
Date
1904-04-01
Page
Seite 124 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 124 — Jeder Kolonist erhielt etwas Weinanlagen, einige Dutzend Oelbäume, einige Hundert Maulbeer- und Mandelbäume und schliesslich Ackerboden. Da es aber an Ackerboden, sogar nach Uebersiedelung eines Teiles der Kolonisten von Scheftjä und Umm-el-Dschemal in die neuen Kolonien bei Tiberias, noch immer mangelte, beschloss man nach langwierigen Unterhandlungen, die nur dazu geführt haben, dass der Preis des in Frage kommenden Bodens stieg, die benachbarten Flächen von Burdsch und Marach anzukaufen. Dieser Kauf fiel sehr teuer aus, man musste auch den Kolonisten Ackergeräte und Arbeitsvieh (je 3 Paar Ochsen per Familie!) liefern, so dass ein unverhältnismässig hohes Kapital dazu verwendet werden musste, um den Versuch durchzuführen, aus im Weinbau ergrauten Pflanzern Feldbauern zu machen. Diese neuen „provisorisch definitiven" Installationen, wie sie in treffender Weise gelegentlich von der Administration selbst bezeichnet wurden, schliessen somit Bäume, Weinreben und Felder ein, die sich in 10 verschiedenen Orten befinden, und die deshalb von den Kolonisten nicht einmal gut beaufsichtigt, geschweige denn ordentlich durch eigene Kraft bearbeitet werden können. Während einerseits Schefcja und Umm-el-Dschemäl entvölkert und somit dem Verfall preisgegeben wurden, hat man andererseits in Zichron- Jacob erneut grosse Gelder für den Bau von Ställen, Speichern etc. für die neuen Ackerbauer verwenden müssen. Atlit. Die Prozesse, betreffs der Besitzrechte auf Atlit erhielten vorläufig noch keinen Abschluss und werden wohl noch lange fortdauern. Inzwischen beschloss die Administration, nach dem misslungenen Versuch einige Kolonisten von Zichron-Jacob drüben arbeilen zu lassen, Arbeiter von Zichron-Jacob als Pächter hinzusenden. Sie erhielten von der Administration das allernotwendigste Inventar, um arbeiten zu können, und müssten eigentlich auskommen, wenn sie mit Fleiss und Umsicht arbeiten wollten und ihre Forderungen und Ansprüche, die nicht immer gerechtfertigt sind, vergessen könnten. Wer aber die Denkweise dieser Arbeiter kennt, muss sich eingestehen, dass bei dem Pachtversuch von Atlit ein Eriolg sehr zweifelhaft ist. Im Gegensatz hierzu hat das Pachtsystem im Oberen und besonders im Unteren Galiläa zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Es ist allerdings wahr, dass wir es hier mit einem anderen Element zu tun haben. Einige ältere Arbeiter treten schon das dritte Jahr ihres Pachtverhältnisses zur Administration an, und die Tatsache, dass sie sich die ganze Zeit hindurch halten und auskommen konnten, ist sehr ermutigend. Nach unserer Meinung bietet das Pachtsystem eine der besten Lösungen der Frage der Kolonisationsmethoden. Ein Mann, der den Uebergang vom Arbeiter zum Pächter und von diesem zum Besitzer, zum Kolonisten durchgemacht hat, kann einzig und allein unser volles Vertrauen erwerben und wird mit Sicherheit reüssieren. In der Gegend von Tiberias mehrt sich die Zahl der Pächter mit jedem Jahr. Diese Pächter haben die Aufgabe, zu beweisen, dass der Kleinbauer sich in diesem Lande erhalten kann, und dass unsere Kolonisten, die mit den Einnahmen von ihren 300 schlecht bestellten Dunam Felder nicht auskommen konnten, sich in einem verhältnismässig besseren Zustand befinden würden, wenn sie nur 150 Dunam besässen, die sie aber gut bearbeiten würden. Die neuen Kolonien bei Tiberias. Was die neuen Gründungen in der Gegend von Tiberias betrifft: Mesha, welches kürzlich den Namen Kfar-Thabor (es liegt am Fusse des Thabor, arabisch Dschebel et-Tör) erhalten hat, Yemma und Melhamieh, letztere in der Jordansenke am rechten Ufer des Jordans, so sind

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