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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-04-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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— 107 — Was die Eignung der Juden zum Acker- und Gartenbau in Palästina betrifft, so sind wir jetzt über das Versuchsstadium hinaus. Wie überall, gibt es natürlich gut und schlecht wirtschaftende Bauern, der Jude ist eben auch nur ein Mensch mit menschlichen Fehlern und Schwächen; aber im allgemeinen ist der jüdische Landwirt fleissig, sparsam und nüchtern, und soweit er nicht mehr auf fremde Hilfe bauen kann, auch wirtschaftlich und anspruchslos. Die Schnorrbauern, die in den neunziger Jahren florierten und den Spott der deutschen Kolonisten herausforderten, stehen auf dem Aussterbeetat, und namentlich die jüngere, auf dem Lande geborene Generation entwickelt sich zu einem kräftigen und gesunden Stamm eingesessener Bauern. Auch körperlich gedeihen sie gut, die jungen Leute sind grösstenteils gesunde und kräftige Gestalten, und es ist eine Freude, wenn man sie auf ungesäuerten Pferden sich tummeln sieht; die Spuren des Ghetto-Judentums früherer Generationen sind bei der in den palästinischen Kolonien aufgewachsenen Jugend verschwunden. In bezug auf die landwirtschaftlichen Kolonien kann man also nur wünschen, class sie sich in derselben Richtung wie bisher weiter entwickeln mögen, und sich ihre Zahl in möglichst schnell ■steinendem Masse vermehrt. Unbedingt nötig ist hierzu, dass an den O O O ' Landkauf möglichst bald herangetreten wird, bevor die Lando o ' preise allzu sehr steigen. Wenn man bedenkt, class das Land, das die Deutschen vor einigen Jahren bei El-Tireh nahe bei Haifa für 100 Frcs. pro Morgen gekauft haben, schon jetzt mehr als den doppelten Wert hat, dass in Sarona bei Jaffa der Preis von Terrains, die sich für Orangenkultur eignen, auf das Zwanzigfache gestiegen ist, dass aber auch die fern von den Städten gelegenen Ländereien schon deutlich in einer Wertsteigerung begriffen sind, so wird man die Wichtigkeit des rechtzeitigen Landkaufes verstehen. Eine weitere wichtige Forderung ist die Gründung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation nebst detachierten Versuchsfeldern in den einzelnen Koloniebezirken, sowie einem Netz von meteorologischen Stationen zur Kompletierung des vom Deutschen Palästina-Vereins schon eingerichteten Beobachtungsnetzes. Die landwirtschaftliche Station hat vor allem die Kulturmethoden zu verbessern, die auftretenden Schädlinge zu bekämpfen, bessere Varietäten einzuführen (was z. B. bei der Orangen-, Wein- und Mandelkultur sehr nötig zu sein scheint) sowie neue Kulturen zu erproben. Gerade in letzterer Beziehung kann eine solche

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