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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
(Originalbericht) [Nachricht] / A. A.
Date
1904-03-01
Page
Seite 90 (sequence 3)
Language
German
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- 90 - lonien. Die vervollkommneten Ackergeräte und landwirtschaftlichen Maschinen werden allgemein verwendet. Die tiefere Bodenbearbeitung und die Aussaat in das trockene Erdreich*) sind jetzt ohne Widerspruch aufgenommen worden. Diese verbesserten Kulturmethoden sind dem Beispiele einer Privatgesellschaft (Dorsche-Zion) zuzuschreiben, die in Chederah Boden besitzt. Selbstredend bleibt noch viel in bezug auf die Verbesserung der Kulturen zu tun. Ein Hindernis dafür besteht hier auch in der noch nicht erfolgten Aufteilung der Felder. Die Parzellierung des Bodenbesitzes würde für Chederah ein grosser Segen sein, und das Distriktskomitee von Haifa des Waad Hamerkaz gibt sich jetzt Mühe, diese Parzellierung herbeizuführen. Dasselbe Distriktskomitee beabsichtigt die Gründung einer Kreditanstalt für Chederah, die auch hier ein stark empfundenes Bedürfnis ist. Der sanitäre Zustand von Chederah scheint sich bedeutend verbessert zu haben. Die Ursache dieser Verbesserung in der Entwickelung der Eukalyptuspflanzungen allein zu suchen, erscheint uns als etwas zu gewagt. Wir sind immer noch der Ansicht, dass das einzige, zugleich radikalste Mittel zur Assanierung einer derart sumpfigen Gegend die Drainage ist. Die Eukalyptuspflanzungen sind ein mächtiges Hilfsmittel hierbei, aber auch, nach unserer Ansicht, nicht mehr als das. An sich allein scheinen sie nicht ausreichend zu sein, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Die jetzige Bevölkerung von Chederah beziffert sich auf etwa 150 Seelen. Der grösste Teil ist schon seit längerer Zeit akklimatisiert und widersteht den endemischen Krankheiten. Es ist wohl leicht einzusehen, dass bei einer so geringen Bevölkerung Statistiken nicht viel besagen können. Es genügt, dass infolge irgendwelcher nicht vorauszusehenden Zufälligkeiten 2 bis 3 Erkrankungen an Schwarzwasserfieber oder Sterbefälle mehr oder minder vorkommen, um den allgemeinen Eindruck vollständig zu ändern. Was aber momentan keinem Zweifel unterliegt, ist die Tatsache, dass jetzt der Gesundheitszustand Chederahs nicht schlechter ist als der von Zichron-Jacob. (Forts, folgt.) A. A. Rischon-le-Zion. Die 38 von J. Beikind aus Kischinew hierhergebrachten Waisen wurden hier in einem Schulraume untergebracht. Die Kinder werden unterrichtet und in Gartenarbeit unterwiesen. Wie wir aus Palästina erfahren, wurde bis jetzt noch nicht einmal der für die Schule notwendige Boden erworben. Vom Ankauf des in der Nähe von Tiberias in vielen Beziehungen günstig gelegenen H^ttin wurde aus unbekannten Ursachen Abstand genommen. Die Beziehungen zwischen den Arbeitern und der Administration wurden hier in der Weise geregelt, dass eine dreimonatliche Kündigungsfrist beiderseits eingeführt wurde Bei Entlassung nach zweijähriger Arbeitszeit erhält der Arbeiter ausser seinem Lohne noch 10°/0 der Summe, die von ihm im Laufe der 2 Jahre verdient wurde, als Entschädigung. Ebenso gelangen bei seiner Entlassung die monatlich während seiner Arbeitszeit entrichteten Kassenbeiträge ä 5 Mark zur Auszahlung. Wie verlautet, soll die Eisenbahn Jaffa—Jerusalem von Ramie aus eine Abzweigung nach Rischon-le-Zion erhalten. Der Transport des Weines von Rischon nach Jaffa würde sich bedeutend verbilligen, und die Eisenbahngesellscbaft :!:) Diese Methode der Aussaat bezweckt die rechtzeitige Bestellung der Felder noch vor Einrritt der Regen, um somit die Vegetationsperiode dei Feldfrüchte zu verlängern und dadurch reichere Hinten zu erzielen. Diese Methode gelangte hier zum erstenmal in den jüdischen Kolonien zur Anwendung. D. Red.

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