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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
(Originalbericht) [Nachricht] / A. A.
Date
1904-03-01
Page
Seite 89 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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89 - bei uns, von günstigem Einfluss auf Pethach-Tbikwah sein wird, wo die Bevölkerung, im Grunde genommen, arbeitsam ist. Mit Hüte der Anglo-Palestine- Compairy und unter der Kontrolle des Distriktskomitees von Jaffa der neuen Organisation der palästinischen Juden (Waad Hamerkaz) wurde in dieser Kolonie ein Kreditverein*) gegründet, der zweifellos eine segensreiche Tätigkeit entfalten kann, indem er die Kolonisten vor den in ganz Palästina üblichen Wucherzinsen schützen wird. Die Kolonisten von Pethach-Thikwah, die auch sonst mehr als die anderen Kolonisten zu einer gesunden inneren Kommunalorganisation hinneigen, gehen hierin den übrigen Kolonien mit einem guten Beispiel voran. Artüf. Die etwa zwölf hier befindlichen Kolonisten sind sämtlich Bulgaren, das sympathischste Element für Kolonisation, das wir bis jetzt kennen. Um hier Hilfe zu .schaffen, müsste man den jetzt noch in den Händen der Araber befindlichen Boden für die Kolonisten erwerben und ihnen Mittel zum Ankauf von Geräten und etwas Nutzvieh, speziell Ziegen, die für diese Berggegend bestens geeignet sind, liefern. Die Kolonisten sind arbeitsam, arbeiten aber in der landesüblichen, primitiven Weise. Da der Bodenbesitz unter den Kolonisten noch nicht aufgeteilt ist und einige Besitzer noch in Bulgarien verbleiben, so entsteht daraus ein Hindernis für die gute Kultivierung der Felder. Der Kolonist ist nicht sicher, ob das etwa tief gepflügte und gedüngte Feld im nächsten Jahre noch in seinen Händen verbleibt. Es wäre an der Zeit, dass man dieser Kolonie aufhilft, und derjenige, der ihnen 5—600 Pres, (allen zwölf) zum Ankauf von 5 bis 6 Ziegen per Haus, gegen Rückzahlung in 3—4 Jahren, als Darlehen gewährt, wird gewiss ein gutes Werk tun. Moza. Die Kolonie Moza, an den Toren Jerusalems gelegen, hat sich aus bescheidenen Anfängen (drei Kolonisten) zu einer hübschen Ansiedlung entwickelt. Es sind dort schon zwölf Kolonisten, die in guten Verhältnissen sind, da ihre sämtlichen Produkte: Trauben, Wein, Eier, Milch in Jerusalem gut bezahlt werden. Ein Kreditinstitut würde auch hier Erspriessliches leisten. Der Gründung von vorstädtischen Ansiedlungen müsste mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, als es bis jetzt geschah. Hier könnten kleine Handwerker, Gemüsepflanzer etc. auf .kleinen Parzellen jetzt noch billig angesiedelt werden und würden in Bälde sich erhalten können, dank dem gesicherten Absatz der Produkte in den sich immer ausdehnenden Städten, und der Möglichkeit, dort Nebenbeschäftigung in ihrer freien Zeit zu erhalten. Auch einige kleine Industrien könnten' hier zur Einführung gelangen. Chederah. Die diesjährige Ernte ist in Chederah schlecht ausgefallen. Die Ei träge des Feldbaues waren sehr schlecht, da die Felder von Chederah niedrig gelegen sind und überschwemmt werden. Der Wein, der eine ausgezeichnete Ernte versprach, hatte viel von der Oidium- und Peronospora-Krankheit zu leiden. Die Kolonisten unternahmen den Versuch, ihre Trauben in. Chederah selbst zu keltern, statt sie, wie bisher, nach Zichron-Jacob zu transportieren. Die Administration von Zichron-Jacob lieferte hierzu die Fässer. Da aber das Unternehmen ohne Methode geleitet und schlecht verwaltet wurde, so führte es nicht zu den erwarteten Ergebnissen. Immerhin müsste der Versuch auch weiter verfolgt werden. Der Feldbau wird in Chederah besser ausgeübt als in allen anderen Ko- *) Vgl. die Mitteilung in unserer No. 1, S. 26. Die Red.

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