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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Die Dorfschule in Palästina
Date
1904-03-01
Page
Seite 75 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 75 - pädagogischem Gebiete klar auf der Hand, dass die geographischen Grundbegriffe am heimatlichen Dorfe und seiner Umgebung gebildet werden. Aus der Heimatskunde erwächst die Landeskunde, aus dieser die Geographie. Also auch hier zwingt der Grundsatz vom Nächstliegenden und Angeschauten zum Fernerliegenden und Uebeiiieferten überzugehen, mit dem Eigenen zu beginnen und Palästina in den Mittelpunkt der geographischen Betrachtung zu stellen. An historischem und kulturgeschichtlichem Wissen soll daher Judentum, nicht aber Theologie, jüdische Poesie, aber nicht hebräische Philologie, historisches und geographisches Tatsachenmaterial, nicht aber eine Art von Geschichtsphilosophie das Unterrichtsziel bilden. Bei weitem wichtiger und für die Dorfschule von grundlegendster Bedeutung sind die Naturwissenschaften. Und wenn auch niemand physikalische oder chemische Theorien in den Elementarunterricht verlegen wird, so ist es doch ganz klar, dass eine Bauernjugend mehr noch als jede andere Schuljugend auch die Natur kennen muss, von der sie umgeben wird und in und mit der sie aufwächst. Auch soll der Pflanzenbau, den sie treibt, und die Viehhaltung, die sie beschäftigt, Vorteil ziehen von ihren Kenntnissen in Boden- und Pflanzenkunde und dem Wissen vom Leben der Tiere. Einen breiten und wichtigen Raum nehmen daher in unserer Dorfschule Mineralogie, Botanik und Zoologie ein. Auch hier haben wir mit dem zu beginnen, was die. Heimat bietet. Das trifft noch mehr als bei der Gesteinskunde für Zoologie und Botanik zu. Eine liebevolle Vertiefung in die umgebende Natur soll sich aus der genauen Kenntnis heimischer Tier- und Pflanzenwelt ergeben. An ihr können sich Gemüt und Verstand des jungen Bauern ebenso bilden, wie er dieser Kenntnisse in der praktischen Ausübung seines Berufes dringend bedarf. Die Flora und Fauna der Heimat müssen ihm aus Anschauung und Betrachtung genau vertraut sein, und sie geben ihm allein schon das feste Gerippe für ein System der Naturgeschichte. Tn genauester Anlehnung hieran müssen ihm die Elemente der Naturlehre nicht in Theorien, sondern in elementaren Experimenten aus den Gebieten der Physik und Chemie anschaulich vorgeführt werden. Dieser naturwissenschaftliche Unterricht soll und muss den breitesten und wichtigsten Raum in unserer hebräischen Dorfschule dauernd einnehmen. Tn ihm bedürfen wir auch einer besseren Durchbildung des Rechenunterrichts, der deshalb bei uns die ersten Elemente der

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