Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Volksdomänen in Palästina
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 66 — Der Stifter von mindestens 1000 Bäumen (für 10 ha) gibt einem ganzen Olivenhain seinen oder einen von ihm bestimmten Namen. / Es können natürlich auch Vereine und Verbindungen aller Art, Familien, Landsmannschaften und andere Korporationen als Spender, Donatoren und Stifter eingetragen werden. Die jüdischen Zeitungen werden aufgefordert, diese Spenden unter dem Titel „Oelbaumspende" entgegenzunehmen und auszuweisen. Alle Spenden und Stiftungen werden an den Jewish Colonial Trust abgeführt, der den Volksdomänenfonds ebenso wie den Nationalfonds verwaltet. Auf diese Weise wird es keine Schwierigkeiten machen, für die aus dem Nationalfonds angekauften Ländereien die Mittel zu ihrer sofortigen Bepflanzung bereitzustellen. Die Verwaltung der Volksdomänen wird einer vom Kongress eingesetzten und vom A. C. überwachten Kommission übertragen. Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" erbietet sich, die Grundlage der Organisation zu schaffen und durch ihre fachmännischen Beamten und Mitarbeiter in Palästina die ersten Abgrenzungs- und Pflanzarbeiten ausführen zu lassen, bis der Umfang der Geschäfte eine eigene Verwaltung erfordert. Ueber die Verwendung der freilich erst nach 8—10 Jahren zu erwartenden Einkünfte dieser Volksdomänen wird auf einem Kongress Beschluss gefasst werden. Wir möchten aber schon jetzt befürworten, dass die Einnahmen der Volksdomänen zur Gründung und Unterhaltung von Hochschulen in Palästina verwendet werden, ideelle Arbeit für ideelle Güter. Da der künftige Ertrag pro Hektar Olivenland auf mindestens 300 Frcs. zu veranschlagen ist, so würde schon die Bepflanzung der dem jetzigen Stande des Nationalfonds entsprechenden Ländereien (etwa 3000 ha) genügen, um eine Hochschule zu unterhalten. Aber auch materielle Güter würden geschaffen: Tausende von jüdischen Arbeitern oder Erbpächtern werden bei den Volksdomänen dauernd ihren Unterhalt finden, neue Industrien werden in Palästina entstehen, die Ausfuhr sich vermehren und Handel und Wandel erblühen. Möge dem jüdischen Volke die unserem Vorschlage nachfolgende Tat zu einer dauernden Quelle der Befriedigung seiner ideellen und materiellen Bedürfnisse werden!