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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
[Rezension] / Soskin
Date
1904-02-01
Page
Seite 59 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 59 — ein neues zu schaffen: einen sozusagen national-ökonomischen Baedeker. Bei der Ausarbeitung des vorliegenden Werkes, bekundet weiter der Verf., war ihm die Arbeit von Verney et Dambmann nicht nur eine wertvolle Hilfe, sondern ein treuer Führer . . . und Verführer, fügen wir hinzu. Denn die sämtlichen Fehler der Verney et Dambmann, dazu eine stattliche Anzahl von eigenen bietet uns das vorliegende Werk. Dass eine Wirtschaftspolitik eines Gebietes auf Grund eines reichhaltigen Quellenstudiums geschrieben werden kann, geben wir gern zu. Dass aber dazu ein sehr scharfes kritisches Vermögen und genaue Sachkenntnis gehören, um das Wesentliche vom Zufälligen und vor allem das Falsche vom Richtigen scheiden zu können, ist ja selbstverständlich. Dieses kritische Vermögen und diese Sachkenntnis vermissen wir leider beim Verfasser. Schon die „geographische" Darstellung, der er einen besonderen Wert beimisst und die wir, streng durchgeführt, gern als zweckmässig anerkannt hätten, führt in dem gegebenen Falle zu einer Verwirrung. Was bedeutet hier die geographische Darstellung? Doch wohl, dass der Leser imstande ist, sich über die einzelnen zueinander gehörenden Distrikte des Landes zu orientieren. So würde es wohl verständlich sein, dass das Werk zuerst die wirtschaftliche Lage der Sandschaks (auf die Rechtschreibung der arabischen und türkischen Wörter kommen wir noch zurück) in der Reihenfolge entweder vom Süden nach Norden oder umgekehrt behandelt. Auf diese Weise könnte der Leser Palästinas wirtschaftliche Lage und diejenige Syriens gesondert kennen lernen. Statt dessen liefert uns der Verf. in seiner „geographischen" Darstellung folgende Einteilung des Stoffes: II. Spezieller Teil, A. Die wirtschaftliche Lage im Sandjak (wir behalten die Rechtschreibung* des Werkes vorläufig bei) Akka im Wilajet Beyrut, B. Die wirtschaftliche Lage im Sandjak Nabulus (Wilajet Beyrut) und im Mutessarifat Jerusalem, C Die wirtschaftliche Lage im Wilajet Beyrut, Libanon und im Wilajet Syrien (Sürija meint wohl der Verf.), D. Die wirtschaftliche Lage im Wilajet Aleppo. Wir beginnen also mit dem südlichen Teil des Wilajets Beirut, gehen weiter nach Süden gen Nabulus und Jerusalem, dann nach dem Norden des Wilajets Beirut zurück, nach dem Libanon, dem Wilajet Sürija (nicht Syrien), welches sich vom Norden bis weit hinunter nach Süden dehnt und dann ein neuer Sprung nach Norden in das Wilajet Aleppo. So stellt sich Verf. die geographische Einteilung vor. Um wie viel einfacher und übersichtlicher wäre die Darstellung, wollte Verf. von Norden nach Süden vorgehend zuerst Syrien mit dem Libanon, also das Wilajet Aleppo, das selbständige Liwa Zör, das Verf. überhaupt nicht kennt, den nördlichen Teil des Wilajets Beirut, den Libanon und den nördlichen Teil des Wilajets Sürija behandeln. Alsdann käme er zu Palästina, und zwar mit dem südlichen Teil des Wilajets Beirut beginnend (die Kazas Sur und Merdsch-'Ajün des Sandschaks Beirut, das Sandschak 'Akka. und das Sandschak Belkä, nicht Näbulus> welche Bezeichnung falsch ist), mit dem südlichen Teil des Wilajets Sürija fortfahrend. (Sandschak Hauran und Sandschak Ma'an) und mit dem Mutessariflik El- Kuds (Jerusalem) schliessend. Wir werden uns nunmehr gestatten, die vorhin aufgestellten Behauptungen von dem Mangel an Sachkenntnis und Kritikvermögen zu beweisen. Zunächst müssen wir aber voranschicken, dass ein gut Teil der Fehler der unglaublich oberflächlichen Durchsicht beim Drucke zuzuschreiben ist. Die Fehler machen manchmal das Lesen einfach unmöglich. Sind es Druckfehler allein? Wir wären sehr geneigt, sie als solche hinzunehmen, aber es will uns nicht immer gelingen.

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