Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Jaffa. Handelsbericht für das Jahr 1902
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 54 (sequence 5)
- Language
- German
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- Lod 1× ep/1045074
- Tiberias 1× ep/1048138
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— 54 — Eine Rückenladung ist nur bei leichteren Frachtstücken oder auf kurze Entfernungen ausführbar. Die Frachtbeförderung mit der Eisenbahn hat erheblich zugenommen. In der Regel befördert ein Güterzug 40 Tonnen Frachtgut zu je 90 Piastern (94 Piaster 20 Goldfranken). Um die Einnahme zu steigern, wird neuerdings bei der Berechnung der Fracht die Gewichtsannahme von 50 zu 50 kg abgerundet. Passagierbeförderungspreise: in 1. Klasse 70l/2 Piaster — 15 Franken, Retourbillet 95 Piaster 20,20 Franken; in 2. Klasse 25 Piaster 5,32 Franken. Geringster Satz für Sonderzüge 700 Franken. Bei der Fruchtbarkeit des Bodens im allgemeinen könnte Palästina sich zu einer reichen und auch wirtschaftlich bedeutenden Provinz des türkischen Reiches entwickeln. (Fortsetzung folgt.) JÜDISCHE KOLONIEN. I. Palästina. (Originalbericht.) Rückblick auf die vergangene Campagne. Allgemein gesprochen, war die letzte Ernte in Palästina schlecht, was .den Feldbau betrifft und mittelmässig in bezug auf die Pflanzungen. Nach einer Reihe von trockenen Jahren hatten wir einen Winter', der den Eindruck machte, regenreich zu sein. Es war nur ein Eindruck, da die Niederschlagsmenge nur um ein Geringes das Mittel übertraf, die Verteilung derselben war aber derart schlecht, es gab so viel Regentage, dass die Bestellungen immer in zu feuchtem Boden erfolgen mussten, das Wachstum der Unkrautpflanzen gefördert wurde und die nachfolgenden Feldarbeiten, wie Eggen, Hacken etc. häufig unmöglich wurden. Zu diesem ungünstigen Winter gesellten sich noch die Stockung des Verkehrs und die moralische Depression der gesamten palästinischen Bevölkerung, verursacht durch die Choleraepidemie, die gerade um die Bestellzeit die Bevölkerung um Ghazze, Lydda, Jaffa, Tiberias und im Haurän dezimierte. Wenn auch zweifellos die starke Bodenfeuchtigkeit des letzten Winters an sich für die von der Trockenheit arg mitgenommenen Baumkulturen günstig war, so schuf doch das Uebermass derselben und besonders auch der Luftfeuchtigkeit, welche sich bis in den April und Mai hinzog und noch im Juni und Juli durch einen reichen Tau unterhalten wurde, die besten Bedingungen für die Entwickelung von pilzlich-parasitären Krankheiten, speziell bei dem Wein. Die Oidiumkrankheit des Weines (Mehltau) zeigte sich trotz der häufigen Anwendung von Schwefel, und die Peronospora hielt in diesem Jahre zum ersten Mal ihren Einzug in die Weinberge der Kolonien. Die Folge war ein bedeutendes Sinken des Ertrages, welcher sonst vorzüglich gewesen wäre, aber nur mittelmässig ausfiel. Hierbei muss bemerkt werden, dass die Bekämpfung der Krankheiten von den Kolonisten schlecht gehandhabt wurde. Zwar gelangt das Schwefeln (zur Bekämpfung der Oidiumkrankheit) seit vielen Jahren allgemein zur Anwendung: Die Weinberge werden zweimal geschwefelt, was in den normalen Jahren ausreicht, um die Krankeit hintanzuhalten. Im vergangenen Jahre waren aber die