Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 45 (sequence 7)
- Language
- German
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- 45 — Sprachverwandtschaft zu den europäischen Völkerschaften oder infolge der Sympathie letzterer. Ein bedeutender Teil des sicher in Zukunft stark zunehmenden Fremdenverkehrs wird sich ohne Zweifel dauernd der Vermittelung und Kenntnisse der palästinischen Deutschen bedienen und auch Abnehmer liefern für ihre produktive Tätigkeit: ebenso werden die vielen und an Zahl zunehmenden religiösen, wissenschaftlichen und humanitären Anstalten Westeuropas und speziell Deutschlands auf die verschiedenste Weise die Templerkolonien in Nahrung setzen. Auch die Aerzte, Apotheker, Ingenieure, Architekten, Beamte, Fabrikanten, Gastwirte und besseren Handwerker unter den deutschen Kolonisten werden bei zunehmender Landeskultur nur um so leichter ihr Brot finden und haben eine Konkurrenz keineswegs zu scheuen. Wenn also viele der Templer missgünstig und scheelen Auges auf die fortschreitende jüdische Kolonisation in Palästina blicken, so verstehen sie nicht ihre eigenen Vorteile, indem sie, in einer unbegründeten Furcht befangen, meinen, dass ihre wirtschaftliche Existenz untergraben werden könnte, während doch gerade ein wirtschaftlich aufblühendes Land eine reiche Fülle der verschiedensten Existenzen zu ernähren vermag, die in einem wirtschaftlich rückständigen Lande nicht hätten bestehen können oder sich doch nur mit Mühe halten würden. DER KAMPF GEGEN DIE MALARIA. Von Dr. med. Max Jungmann. Wo man sich mit Fragen praktischer Kolonisation beschäftigt, da hat auch die medizinische Wissenschaft ein kräftig Wörtlein mitzureden. Denn gerade diejenigen Landgebiete, die durch ihre reiche Vegetation und die geringe Bevölkerungsdichte zu kolonisatorischen Versuchen gewissermassen herausfordern, sind die Heimat der tückischsten Seuchen. Die Malaria ist zwar nicht die schrecklichste, aber zweifellos die am meisten verbreitete dieser endemischen Krankheiten und hat für uns darum die allergrösste Bedeutung, weil sie auch in, einigen Gegenden Palästinas ihr Unwesen treibt und die Ansiedelungen dort zu erschweren und sogar zu verhindern geeignet ist. Die Malaria (mala aria schlechte Luft) oder das Sumpffieber verdankt diese Namen der falschen Auffassung, dass die Krankheit durch die Einatmung mephitischer