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Altneuland · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 22

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Rosinenstadt Es-Salt
Date
1904-01-01
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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_ 22 _ fahrung bringen. Ganz gewiss aber wird man ihre berechtigten Ansprüche befriedigen, da sie ein sehr wertvolles Material zur Befestigung der türkischen Herrschaft in diesem Gebiete bilden, was man schon an den tscherkessischen Dörfern bei 'Amman (Rabbat 'Amnion) beobachten kann. Wir können nicht umhin hier bei dieser Gelegenheit auf die Möglichkeit einer ausgedehnten jüdischen Kolonisation in Belkä hinzuweisen. Jedoch ist dieser Gegenstand eines besonderen Studiums wert, und wir behalten uns vor, darauf zurückzukommen. PALÄSTINA UND NACHBARGEBIETE. Die Cholera in Palästina. Nach uns zugegangenen Privatmeldungen waren die verheerenden Wirkungen der Epidemie in diesem Jahre bedeutend schwächer als im Vorjahre. Sie wurde von den Mekkapilgern nach Palästina eingeschleppt. In Haifa sind Anfang November mehrere Todesfälle vorgekommen (die Zahl der täglichen Opfer schwankte zwischen 3—4 und überstieg nicht 5), so dass die Kolonie Zichron-Jacob gezwungen war, den Verkehr mit Haifa abzubrechen. Safed war auch als verdächtig erklärt. In der Kolonie Mischmar-Hajarden wurden zwei Fälle von Cholera konstatiert. Der Verkehr im Lande unter den einzelnen Landesteilen wurde ausserordentlich erschwert, da über die einzelnen Städte und Bezirke Kordons verhängt werden. Speziell war das Ost-Jordanland gänzlich abgesperrt, da drüben die Epidemie noch während der Monate September/Oktober hauste. Unter anderen war der Administrator der Baron Rothschildschen Besitzungen im Hauran an Cholera erkrankt, wurde aber vom Tode gerettet. Die Quarantäne, die über die Häfen Jaffa und Haifa verhängt wurde, ist nun seit zwei Wochen wiederum aufgehoben, und die Schiffe laufen die Häfen an. Zur Ergänzung der uns zugekommenen Nachrichten über die Cholera entnehmen wir einer Koirespondenz der „Komischen Volkszeitung" aus Haifa vom 19. November 1903 über die Epidemie in Haifa folgende Einzelheiten. Ein Beduine aus Hauran soll nach seiner Ankunft hierher erkrankt und unter Cholera-Erscheinungen gestorben sein. Alsdann mehrten [sich die verdächtigen Todesfälle, und nachdem der von Jaffa herbeigekommene Quarantänenarzt das Vorhandensein der Cholera feststellte, begann die Bevölkerung sich zu flüchten, Besonders die hoch am Karmel gelegenen Drusendörfer Esfija und Dalije und das grosse Karmeliterkloster bildeten das Reiseziel. Die Epidemie hat aber keinen schweren Charakter angenommen. Auf der deutschen Kolonie ist niemand krank geworden. Bei den Christen kamen insgesamt 18 Todesfälle, bei den Mohammedanern bisher 10; bei den Juden herrschte wohl die Seuche auch, die Todesfälle, falls es solche gegeben hat, Hessen sich aber nicht feststellen, da die Juden zur Vermeidung der strengen Absperrung, die über das verdächtige Haus verhängt wird, in einer Weise, dass sogar die Zufuhr von Nahrungsmitteln unmöglich wird,- die verdächtigen Fälle nicht meldeten. (Diese Notwehr erscheint bei den. gegebenen Verhältnissen für geboten, da man sonst Gefahr läuft, Hungers zu sterben. Die Absperrungsbegriffe bei der einheimischen Bevölkerung sind hier zu eigentümlich.)

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