Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Magdeburg
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Geiger: Ueber Moses Mendelssohn. 395 hierauf zur Resolution, daß Sie den Juden Lewin Bauer den verlangten Geleitsbrief durchaus nicht ertheilen wollen und haben Sie denselben also denen vorhin ergangenen Verordnungen zufolge weiter nicht zu dulden. Senatum Berlin, 21. Februar 1713". Der in dem Gesuch des Bürgermeisters und Raths der Neustadt Magdeburg erwähnte königliche Befehl an den Hofrath und Müllenvoigt hat folgenden Wortlaut: „Friedrich König in Preußen p. Wir haben uns zwar vortragen lassen, was Ihr wegen des Juden Lewin Bauren, der in der Neustadt Magdeburg aufgenommen werden wolle, unterm 9. January jüngsthin berichtet und vorgestellet. Weilen aber bisher keine Juden in besagter Neustadt-Magdeburg geduldet worden, wir auch darüber zu halten pflegen, daß an denen Orten, wo keine Juden gewohnet, auch keine vergleitet werden, so muß dieser Jude Lewin Bauer auch mit seinem Suchen abgewiesen und nicht mehr in der Neustadt Magdeburg geduldet werden. Cölln an der Spree, den 14. Februar 1713. An den Müllenvoigt zu Magdeburg. Wer Moses Mendelssohn. 1. C. F. Behm a Alessieurs LMraim et üls, Berlin. Folgender Brief, der mir im Original vorgelegen hat, ist der Mittheilung nicht unwerth: Hoch Edelgebohrner Herr? Hoch Geehrter Herr und Verehrtester Freund! Dero Herr Bruder und ich sitzen heute Vormittag, wie es bald 11 Uhr war und beschäftigen uns mit einem viseourS) weil wir bey dem Regnigten Wetter nichts anderes vornehmen konten, als unversehens dero Herr Bruder am Fenster tritt und gleichsam von denselben wegfliegend, der Thüre zulaufend (dennoch aber voller Freude ausruft: Hr. Moses Mendelssohn kommt) einem würdigen Mann entgegeneilet, den wir so wenig in Potsdam vermuthet hätten, als daß wir uns hätten überreden lassen, der Himmel würde heute noch einfallen; wie groß unser Vergnügen gewesen, davon mögen Sie sich die Vorstellung allein machen. Kurtz, Hr. Moses Mendelssohn sind um 11 Uhr wohl alhier an gelanget, ich aber bin so glücklich, es Ihnen zu melden. Die Ursache, warum Hr. Moses so eilig herüber kommen müßen, kann ich Ew. Hoch Edelgebohren nicht melden, nur dieses aber benachrich- Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. V. 26