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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 389

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 3
Article
Mittheilungen aus Jesuitendramen
Date
1892-01-01
Page
Seite 389 (sequence 6)
Language
German
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Sllinger Mittheilungen aus Jesuitendramen. 389 Christliche Studenten vber sie, vnd legen jhnen zu lohn die Schrifft auß. Seena IV. Etlich Christlich Knaben, in dem sie sich zu der Schul verfügen, sprechen mit «Winnie, jhren newen Schubgesellen. Entzwischen trifft sie jhr Lehrmaister an, vnd ladets zu der h. h. Oomvninlon, damit sie aber desto würdiger darzu gehn, geben sie jhm etlich Frazstücklein auff, vnd werden vnderrichtet. Seena V. Vnd weil gemelter vnderricht sich etwas lengers verzogen, begeren sie daß die Ovrnmnnien bis auff folgenden Tag auffgeschoben, das vbrige Zeitlein aber jhnen zu ehrlicher reereation möchte vergunt werden. Welches jhnen der Lehrmaister gutwillig zulaß, derohalben sie ein kurtzweil und spil anstellen. Seena VI. Als vnder obgedachten Spil auch des Glasers Büblein ersehen werden, ist Rabbi in verdacht kommen, sampt hette er geschehen lassen, das es beh den Christen in die Schul gienge. Darüber er sich als vnwissendt entschuldiget, ruffet den Glaser, vnd gibt jhm einen starcken verwiß. Der Glaser aber in bedencken, daß in der Schul der Religion nichts solle benommen werden, verspricht, daß wofern darwider etwas solle begegnen, er selbs sein aignes Kind wolte hinrichten. Der dritte Theil. Seena I. Der Christen Knaben versamblen sich zu der h. h. Oonnnnniov, vnd nachdem sie ^sepnulo von etlichen geheimnusen vnsers Glaubens, sonderlich von der Seeligsten Mutter Gottes vnderricht gegeben, führen sie jhn mit sich in die Kirchen. Seena II. Jndeme sie sich in der Kirchen etwas lengers auffhalten, kombt den Glaser wunder an, ob, oder warumb sein Kind so lang in der Schul bleibe. Das Kind kompt aller frewden voll darzu, hilfst dem Batter auß dem wunder, entdeckt jhm vnschuldiger weiß den gantzen Verlaufs. Vnd bewegt jhn so weit, daß er es auß zorn vnd vnsinnigkeit in den fewrigen Offen wirfst. Seena III. In dem Offen wirdt das vnschuldige Knäblein von vnser lieben Frawen besucht, mit dero Mantel bedeckt vnd beschirmet, wie auch mit dem allerfüssisten Trost gnädigklich begossen vnd erquickt. Seena IV. ^osexnuli Mutter beweinet jhr verlohrnes Kind, sucht es allenthalben, vnd schrehet nach jhm flehendlich, biß sie es entlich im fewrigen Offen vnuerletzt findet. Seena V. Ob disem unsürsehenen Spectacul erschrickt die Mutter hefftig, schrehet vnd jammert, biß vil Christen vnd Juden zusammen lauffen, heben das Kind auß dem Offen, werden des gantzen verlauffs vnnd wunderwercks verständiget, vnd bewegt, sich zu der Christlichen Religion zu begeben. Seena VI. Entlich auff gutheissen vnd befelch jenes Priesters, von welchem auch ^osennulus zu der Andacht anzetriben vnd gelaitet worden, sagen er vnd seine Gesellen der allerseeligsten Mutter Gottes Naiiae vmb erwißene, scheinbarliche Gutthat schuldigen Danck, verpflichten vnd verbinden sich deroselben, vnd werden von jhr gnädigklich in Schutz und Schirm angenommen.

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