Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mittheilungen aus Breslauer Stadt-, Schöppen- und Rechnungs-Büchern im 14. und 15. Jahrhundert
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 6)
- Language
- German
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Landsberger: Mitt. aus Breslauer Stadt- Schoppenu. Rechnungs-Büchern. 381 Das Gleiche geschieht für „Niekel Nenei-iln, Valentin vett., Steue^l 8t0S8edu unä kulanä" derselben Strafe wegen, die sie erlitten, weil sie Schmähreden geführt „von äs Oaxistrauo unä seinen Lruäern^^). 4. Getaufte Juden. Von getauften Juden bezw. Jüdinnen ist in den oft genannten Handschriften während eines mehr als hundertjährigen Zeitraums verhältnißmäßig nur selten die Rede; man wird hieraus den immerhin ziemlich wahrscheinlichen Schluß ziehen können, daß überhaupt Uebertritte zum Christenthum während dieser Periode nur in geringfügigem Umfange vorgekommen sein werden. Es werden Folgende erwähnt: 1351 ker. 6 xost iraveisel (7. Okt.) „Harm der Zetorckte von KtreUu" als Verkäufer eines Gebäudes^). Ebenso äie Zeto^te ^oäiline" 1361 ier. 6 xost NÄrKar. (16. Juli)^). 1364 5er. 6 post Lonifae. und 5. 6 ante ^okarm. dapt. wird eines Gebäudes gedacht, das „des geteuften Juden gewest ist"^). 1448 5er. 2 ante?etr. aä vine. (29. Juli) erfolgt eine Bürgschaftsleistung für „Baltazar den getowftin Judin" ^). 1453 Dienst, vor Viti (12. Juni) finden wir erwähnt „Meister Joh5s der getawffte Jude der Arczt" als Bürgen für gewisse Personen^). oued sunäliedn vor Orkeäs ^eri der Ltat ... von äe8 ZeterielcniZ ^eZm äorvnn der A6863LZ1 dot von unnote^en Korten Lmeds Ileäe >VeZü äie der Astlirt dot Ken äsra ordern vat. dri ^odi (— vater Ziern -loda-iini) äe (ÜAvistraQo. Dieser Eintrag sowie der folgende verdienen hier insofern eine Stelle, als Johann v. Capistrano, ein fanatischer italienischer Mönch, zu den grausamsten Drängern der Juden gehörte; auch die Vertreibung derselben aus Breslau und andern schleichen Städten 1453/54 war vorzugsweise sein Werk. Aus unseren Aufzeichnungen ersiebt man, daß es dem wütenden Glaubenseiferer neben der allgemeinen Verehrung, welche ihm bei seiner Anwesenheit in der Stadt Breslau gezollt wurde, doch auch an Widersachern nicht ganz fehlte. Schade nur, daß nicht auch die Veranlassung zu den von den Gegnern Capiftranos geführten Schmähreden mitgeteilt ist. l) Id. k. 1. y Bresl. Schoppenbuch I, k. 198^- 3) Ebendas. II, k. 136. ^) Ebendas. II, k. 217d und 5. 220. 5) 1^. exeess. 5. 19. e) Id. 5c>1. 5. 25*