Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Miscellen zur Wirthschaftsgeschichte der Juden in Prag zu Beginn des 19. Jahrhunderts
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 1)
- Language
- German
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276 Miscellen. K. Miscellen MrWirthfthastsgeschichte der Juden in Prag;u Seginn des 19. Jahrhunderts. Aus dem k. k. Statthaltereiarchiv t). Von Moritz Popper. 1. 1810. Fasc. 1/58. Akten zu dem Gesuche des Prager jüdischen Specereihändler Tobias Raudnitz um die Bewilligung ein von ihm erfundenes Kaffeesurrogat fabriziren und verkaufen zu dürfen. Beil.: Gutachten des Magistrats: Es bestehen bereits 12 berechtigte Kaffeesurrogaterzeugunzen. Gutachten der medizinischen Fakultät: Dem Surrogat ist kein echter Kaffee beigemischtEntscheidung liegt nicht bei. 2. August 1810. Fasc. 1/87. Sämmtliche Prager privilegirten und concessionirten Liqueur- und Rosogliofabrikanten beschweren sich gegen die von ihnen namentlich angeführten sowohl christl. als jüdischen Parteien, welche zu ihrem Nachtheil ohne irgend eine Bewilligung Liqueure und Rosoglien fabriziren und verkaufen. Die Beschwerde wird von der höchsten Instanz abgewiesen und findet sich in der Erledigung auch folgender merkwürdiger Satz: Der Magistrat wird angewiesen, die ihm schon mehrmals ans Herz gelegte durch Hfdkr. vom 2. März vor. Jahres bekannt gemachte die Handhabung der Jndustrialfreiheit und die Beseitigung des Monopol- und Zunftgeistes bezielenden Grundsätze vor Augen zu Habens. 3. 6. Sept. 1810. Fasc. 1. Nr. 14—25. Dem Salomon Porges wird die Befugniß zur Errichtung einer Leinwand- und Cattunfabrik ertheilt. 4. 31. Dez. 1818. Vgl, Nr. 1. Dem Tobias Raudnitz wird die obenerwähnte Befugniß gegen die untern Instanzen von der Hofkammer ertheilt. Die hier folgenden Notizen sind anläßlich einer anderen Arbeit nebenbei gesammelt, können also auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben. 2) Die Beimischung von echtem Kaffee zu den Surrogaten war ebenso wie die Einfuhr und der Verkauf von Kaffee verboten und mit hohen Strafen belegt infolge des Anschlusses an die Kontinentalsperre. Man sieht, daß die vielverlästerte Regierung des Kaisers Franz I. doch nicht so reaktionär war wie sie gewöhnlich dargestellt und angesehen wird.