Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2259275-2259319-2259322-2265009--2013-2265100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
166 Steinschneider: Hebräische Drucke in Deutschland. 4 Groschen, verzeichnet Kahserling, III, 530 (vgl. L. Geiger, Gesch. II, 137) ich habe vergeblich nach einem Exemplar gesucht; es enthielt wohl nichts Hebräisches und wurde verbraucht. 1780 brachte ein lange bewundertes Buch, die hebr. Übersetzung der Weisheit Salomonis (Okoekmat Lekelomo) mit Commentar von N. H. Wesse lh^), ferner eine neue Cd. der Allegorie l^-^esekariin l'elulla von Moses Ch. Luzzatto, herausg. von Salomo Dubno. Nun tritt uns eine Lücke entgegen, welche um so mehr erklärt sein will, als wir in den letzten Jahren ein Hervortreten wissenschaftlicher Producte wahrnehmen, gewiß nicht ohne Einfluß der um Mendelssohn sich schaarenden Männer. Zunächst ist zu constatiren, daß in diesen Jahren der eigentliche Talmudismus von der Berliner Presse verschwindet; wir werden einen der letzten Ausläufer 1783 finden. Aber die neue Richtung war noch nicht organisirt genug, um eine Presse vollauf zu beschäftigen. Salomo Dubno's Programm der Mendelssehn'schen Pentateuchübersetzung (Illim IL-I'eruka) wurde nicht in Berlin, sondern in Amsterdam gedruckt^). In diesen Jahren entwickelte sich Berlin zum Centrum einer Culturreform, welche die Polemik in verschiedene Länder Europa's trug. Diese selbst zu verfolgen ist natürlich unsere Aufgabe nicht, aber wir werden sie berühren müssen. Für die Presse von Bedeutung wurde die Gründung der Freischule, — seit 1778 beschlossen, am 1. Jjjar 1781 eröffnet (Ritter, Gesch. der jüd. Reformation II, 39), — erst im I. 1784. Aus dem I. 1781 ist mir kein hebr. Druck bekannt^), aus dem I. 1782 nur das Sendschreiben Wessely's (vidre Lekalom ne-kmet s. 1. e. a., 3 Bogen; Catal. Bodl. 2719) an die Juden Oesterreichs in Folge des Ediktes Kaiser Joseph's. Dieses, als Leistung der Presse kaum erwähnenswerthe Schriftchen hat allerdings die kulturfeindliche Orthodoxie herausgefordert (ek. Zunz zu Benj. II, 292, Ges. Schr. 1^ 195; s. Wolf, Stu- Fürst H, 364 unter Mendelssohn: „ein kleines Religionsbuch, wozu M. die 13 Glaubensartikel gefügt und eine Vorrede geschrieben"; I, 302: „Für jüdische Schulen!" 2) „Phantastische Schrulle" bei Grätz XI, 93, wo Wessely einseitig beurtheilt ist; ek. Kayserling, Mendelssohn S. 305 ff. „Neberaus geistreich" (Jost, Gesch. d. Judenthums III, 308) war W. nicht. 2) Der Abdruck von Pränumeranten listen scheint in den nächsten Iahren (von Satanow?) eingeführt. 4) Nach Kayserling, Mendelssohn S. 305 der I. Ausg. wäre Wessely's Comm. zu Deuteronomium schon im August 1781 im Druck beendigt; der Druckfehler 1761 ist in der II. Ausg. S. 308 berichtigt 1781, aber auch das scheint unrichtig; s. unter 1783.