Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2259275-2259319-2259321--1955-2265000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nachrichten. 113 Abraham Muhr, der uns in einem Lebensbild von M. Brann, Rabbiner in Pleß (Breslau 1890, Druck von Th. Schatzky 57 SS.) vorgeführt wird, war ein für die politische und intellectuelle Hebung der Juden sehr thätiger Mann. Er war 1781 in Berlin geboren, lebte seit 1805 als Erzieher und Buchhalter in Pleß. 1813 trat er in der Schrift: „Jerubaal oder über die religiöse Reform" gegen Friedländers Vorschläge auf, die hebräische Sprache in den Gebeten ganz abzuschaffen. (Analyse ders. S. 28—36). In den dreißiger Jahren war er durch Schrift und Wort im Sinne Rießers für die Juden thätig, bemühte sich für einzelne innere Reformen und Besserungen der äußern Stellung (Namen der Juden, offizielle Anrede derselben, oberschlesischer Gemeindebund, Militärpflicht der Juden, Plan der Errichtung einer Colonie ackerbauender Juden). Auch für die Gemeinde Pleß wirkte er durch Reform des Gottesdienstes, Predigten, Entwurf einer Gemeindeordnung. Er starb am 11. Juni 1847. Branns Arbeit mit gewissenhafter Benutzung des gedruckten Materials und mit der Verwendung handschriftlicher Materialien ausgeführt, bildet einen sehr anerkennenswerten Beitrag zum Verständniß einer interessanten Zeit. Sehr schöne Abschnitte über das Verhältniß Börnes und Heines zu Goethe, längere Ausführungen zur Characteristik der genannten Schriftsteller, Einzelnes über JeanneLLe Wohl-Strauß, die Freundin Börnes, ein interessantes Capitel über Rahel Levin findet man in Georg Brandes bedeutendem geistvollen Buche: Das junge Deutschland (Leipzig, Veit u. Comp. 1891), mit welchem des Berfs. Meisterwerk: „Die Literatur des neunzehnten Jahrhunderts in ihren Hauptströmungen" seinen Abschluß erreicht hat. Dem Verwaltungsbericht des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde in Magdeburg ist eine von M. Spanier verfaßte Skizze über die Entstehung und Entwickelung der jetzigen Gemeinde vorangestellt, welche interessante Daten besonders über die Bildung der Gemeinde zur Zeit des Königreichs Westphalen und über die durch das Gesetz von 1847 geschaffenen Verhältnisse enthält. Die eigentliche Constituirung der Gemeinde erfolgte 1856. Sehr lehrreich ist eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben verschiedener Jahre, von 1352 bis 1889. I. Babad kämpft in seiner Schrift „Pro- und Antisemitisches in der schön- und strengwissenschaftlichen Literatur" (Sep.-Abdr. aus der Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. V. 8