Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / L. G.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 3)
- Language
- German
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Nachrichten. III Lei-Fer-I^evrault) Osear. 11^ Partie: 19^ sieele.— 2^ säition. ^anev, impr. Ler^er-I^evrault 1890. sp. 76: Religion israelite (eu ^.Isaee)^. — Alwin Schultz führt in seinem belehrenden Buche: Alltagsleben einer deutschen Frau zu Anfang des 18. Jahrh. (Leipzig, 1890, S. 83) folgende Stelle aus Amaranthes Frauenzimmer-Lexikon 1713 auf: „Juden-Haube heisset in Augsburg ein kleiner Ueberschlag über das Haupt und Nest, von Vornher mit einem spitzigen Schnäpflein versehen, ist insgemein von Estoff oder Damast und mit Spitzen srisiret — so die Weibes-Bilder zur Sommerszeit im Hause tragen; das Nest daran ward insgemein mit einer Schleiffe Band oben und unten besetzt". Hat dieser Ausdruck, wie die Beschreibung zeigt, mit Juden nichts zu thun, so ist wohl der Ausdruck „das Jüdel spielt mit ihm" (nämlich dem Kinde, S. 208) verächtlich; er wird von einem Kinde gebraucht, das zu 6 Wochen lächelt und dann weint, „die alten Weiber stecken den Kindern wider solches Jüdelspiel allerhand Tändeleien und Fratzen in die Wiege". Rabbiner Bloch behandelt in einem Vortrag, von welchem die Zeitschr. der historischen Gesellschaft für die Prov. Posen, 5. Jahrg. S. 347 ff. einen Auszug bringt, Salomon Maimons Aufenthalt zu Posen 1776/77, (Auszüge aus seiner Selbstbiographie). Das. S. 342 ff. giebt R. Prümers Mittheilungen über die Tuchmacherei zu Lissa. In einem das. abgedruckten Bericht aus dem Anfange des 18. Jahrh. interessante Notizen über den von den Juden nach dem Osten getriebenen Tuch- und Leder-Handel. Eine gute Characteristik Josephs II. giebt G. Wols in einem Vortrage, der in den „Mitteilungen der österreichisch-israelitischen Union" (II. Jahrg. Nr. 8, März 1890) abgedruckt ist. Zum Schlüsse giebt der Redner Mittheilungen über die Behandlung der Juden. Merkwürdig ist die Entscheidung des Kaisers auf einen Antrag der Hofkanzlei, beim Neudruck des Talmud Stellen zu streichen. „Der Antrag der Hofkanzlei kann um so weniger stattfinden, als man sich dadurch dem Vorwurfe der Verfälschung solcher alten Denkmäler aussetzen würde".