Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Eduard Gans' Frühzeit
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 9)
- Language
- German
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Aus Ed. Gans' Frühzeit. (1769—1849), seit 183? preußischer Justizminister zu den Schriftstellern gehört, welche seit 1815 eifrigst die reactionären Bestrebungen begünstigten. Ob er wirklich Verf. des „Ungrunds" d. h. jener oben S. 92 sg. angeführten, einer mit vielen Aulagen versehenen, streng juristisch gehaltenen Brochüre ist, die es möglichst vermeidet, den Namen Gans zu erwähnen, vermag ich nicht festzustellen. Der „Wisch" ist die „Rechtliche Erörterung der öffentlichen Verbrennung von Druckschriften" (Berlin 1817), in welcher Kamptz das Wartburgsfest einen „Frevel gegen die öffentliche Ordnung und den Staat", die Verbrennung von Schriften „eine grobe symbolische Injurie" nennt und gegen Fries bemerkt, derselbe könnte ihn so wenig wie ein Besessener beleidigen. Es ist recht merkwürdig, daß Rühs, der, wie schon aus seiner Theilnahme am Weimarer Oppositionsblatt, auch aus seiner Schrift „Das Märchen von den Verschwörungen" (1815) hervorgeht, politisch sehr freisinnig war, in seinen Gesinnungen gegen die Juden durchaus auf mitteralterlichem Standpunkt stand. Gans' Bedeutung zu erkennen hatte er keine Gelegenheit mehr. Als Gans sich an der Berliner Universität habilitirte (1820), weilte Rühs, der Ende 1819 nach Italien gereist war und dort starb (31. Jan.) nicht mehr unter den Lebenden. Das peinliche Gefühl, den „Judenburschen" als Collegen zu begrüßen, blieb ihm erspart.