Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Eduard Gans' Frühzeit
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 3)
- Language
- German
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Aus Ed. Gans' Frühzeit. 93 von den angeblichen Atern Concursgläubigen des Oberjägermeisters von Moltke wider die von Moltkeschen Massengläubiger in Berlin der hohen Bundesversammlung vergelegten sogenannten actenmäßigen Darstellung, 1817, 75 S. in 8 o. Rühls stellt Folgendes als Faktum dar: Napoleon stellte an den Oberjägermeister Karl v. Moltke eine Forderung von 150 ()()() Fcs. Dieses Geld versprach Abraham Gans vorzustrecken, wenn er eine allen übrigen Hhpothekenschulden vorangehende Massenhypothek erhielte und erhält auch solche: 120 Obligationen zu 1000 Rthlr. Dafür giebt er, ich bediene mich der Worte von Rühls, „Pfandbriefe zu 50 Procent, während ihr Cours zu 23—25 Procent notirt ward uud bringt sie in baarem Gelde aus zu 43,200 Rthlr. Pr. Crt. Hiervon zieht er ab an Kosten 6966 Rthlr., indem er nicht nur die Zinsen für das erste halbe Jahr Pränumerando zurückbehält, sondern sich auch 3 Procent Provision für die ganze Summe mit 3600 Rthlr. in baarem Gelde berechnet: es bleiben also von den 120000 Rthlrn. dem Oberjägermeister v. Moltke wirklich übrig 36214 Rthlr. Pr. Crt.: es fehlen, um die 150000 Frc. zu decken, noch 6036 Rthlr. Abraham schafft sie auch herbei, und ihm müssen dafür abermals 15000 Rthlr. Pr. Crt. in ähnlichen Obligationen eingeliefert werden!!!" Gegen diesen Artikel nun richtet sich Gans Erklärung, welche folgenden Wortlaut hat: „Dem ungewaschenen Einsender zweier Aufsätze im Oppos. Blatt No. 257 u. 259 d. I. hat es in seiner Frechheit beliebt das Andenken eines längst verstorbenen allgemein geachteten Mannes des Banquier Abraham Gans in Berlin, mit Sudelworten brandmarken zu wollen. Ohne eine richtige und klare Erzählung der von ihm aufgestellten Thatsache zu geben, was seinen Begriffsverwechselungen und seinem Mangel an Schärfe allerdings gefährlich hätte werden können, hat sich derselbe begnügt zu den gewöhnlich üblichen Gemeinplätzen des Wortes Wucher im Zusammenhang mit Juden seine Zuflucht zu nehmen: und in einem albernen, dem ganzen Wesen des Aufsatzes entsprechenden Beispiel glaubte er vielleicht schon gewonnenes Spiel zu haben, wenn er durch Anbringung der Namen Levi und Baruch die Lacher auf seine Seite bekäme. Nicht gerade weil ich der Sohn des Beleidigten bin, sondern weil es sich für jeden rechtlichen ziemen würde, nicht zu dulden, daß das Andenken von Männern, die während ihres Lebens ein Muster von Rechtschaffenheit waren, durch ehrlose Zeitungsschwätzer befleckt werde, weil es überhaupt einmal Zeit ist, einseitigen Federkauern das Handwerk zu legen, will ich hier zur Beantwortung dieser beiden Aufsätze schreiten, doch früher muß ich die Thatsache klar und