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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1892-01-01 · Heft 1 · p. Seite 91

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1892
Issue
Heft 1
Article
Aus Briefen Dohms an Nicolai
Date
1892-01-01
Page
Seite 91 (sequence 17)
Language
German
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Aus Ed. Gans' Frühzeit. 91 es, die Juden zu treuen Bürgern derselben zu machen: was kümmern uns die Unarten und Verbrechen ihrer entferntesten Vorfahren? Dies ist alles, was ich auf die Fragen meines mit mir Wahrheit suchenden Mitbürgers antworten kann, und ich wünsche, daß es ihn befriedigen möge. Ich wage dieses zu hoffen, wenn er indeß Zeit gehabt hat, mein Buch selbst zu lesen, denn wie er jene Anfragen niederschrieb, scheint er es nur aus einer Anzeige des Herrn O. C. R. Büsching gekannt zu haben: nur daher konnte er mit mir über Dinge streiten, worin ich mit ihm eins bin. Er wird von selbst ermessen, wie eine Beurtheilung nach einer bloßen Necension nothwendig Mißverständnisse hervorbringen müsse, und sicher ist es eine äußerst billige Forderung jedes Schriftstellers an alle, die ihn öffentlich beurtheilen wollen, daß — ehe sie urtheilen, sie ihn lesen mögen". Diese Dohmsche Erklärung ist bisher, soweit ich sehen kann, völlig unbeachtet geblieben. Sie bildet aber eine so hübsche Ergänzung zu seinem Buche, daß ich es dem Andenken des wackern und verdienten Mannes schuldig zu sein glaubte, sie, nachdem ich sie glücklich ausgegraben, an dieser Stelle zu veröffentlichen. 2. Ans Eduard Gans' Frühzeit (1817). Von Ludwig Geiger. Das von Scherer wohl zuerst gebrauchte Wort „Frühzeit", das seitdem vielfach wiederholt worden ist und dadurch förmliches Bürgerrecht in der Schriftsprache erlangt hat, darf man bei Mittheilung der nachfolgenden Schriftstücke anwenden. Denn es bedeutet nicht blos die jungen Jahre eines Schriftstellers, sondern zugleich diejenige Periode seines Schaffens, in welcher er noch nicht völlig ausgereist erscheint. Darum entsprechen die Producte dieser Frühzeit nicht immer denen des reiferen Alters. Wie bei manchen Productionen Goethes, so ist dies gewiß auch bei dem Briefe und bei der Erklärung von E. Gans der Fall. Zur Erklärung des Nachfolgenden bedarf es nur weniger Bemerkungen. Ed. Gans war 1798 geboren, also etwa 19 Jahre alt, da er Brief und Erklärung schrieb. Er studirte seit Ostern 1816 die Rechte in Göttingen und war schon einmal (1817) in einer uns hier nicht interessirenden Angelegenals polemischer Schriftsteller aufgetreten. Das „Oppositionsblatt", in welches Gans die Erklärung schickte, erschien im Weimarer Jndustriecomptoir, d. h. im Verlage F. I. Bertuchs, des aus dem Weimarer

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