Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1892
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus Briefen Dohms an Nicolai
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2259275-2259319-2259321-2264869--1908-2264962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Neue Mittheilungen. 75 II. Weue Wittheitungen. I. Ans Lriefen Dohms an Nicolai. Mitgetheilt von Ludwig Geiger. In dem 15. Bande der Nicolaischen Bricfsammlung (Berliner K'önigl. Bibl.) blätternd, um den Spuren eines Herrn von Döring nachzugehn, der in Lessmgs letzten Lebensjahren sein Genosse in Wolfenbütte! war, stieß ich auf zahlreiche Briefe Dohms, die ich nicht, ungelesen zu lassen vermochte. Sie lohnten eine Lectüre, wenn sie auch vieles rein Geschäftliche oder äußerlich Literarische enthalten. Für den Zweck dieser Zeitschrift aber boten sie interessante Mittheilungen, welche sich auf Dohms berühmtes bei Nicolai erschienenes Buch bezogen. Chr. Wilh. Dohms Schrift führt den Titel „über die bürgerliche Verbesserung der Juden". Vor Vollendung des ersten Theils schrieb der Verfasser an seinen künftigen Verleger, den bekannten Berliner Aufklärer, von dem in dieser Zeitschrift schon die Rede war (vgl. z. B. Band I, S. 128 —135):') „Ich arbeite jetzt recht fleißig an meiner Apologie meiner beschnittenen Brüder und wenn ich keine erheblichen Abhaltungen bekomme, hoffe ich mit Anfang des Juli fertig zu sein. Ich habe Ihnen gesagt, daß ich die Schrift auswärts gedruckt zu haben wünschte und Sie wissen die Gründe davon. Jetzt aber habe ich wieder gegen diesen auswärtigen Druck die Bedenklichkeiten, 1. daß ich die Correctur selbst zu besorgen wünschte, 2< daß vielleicht eine sächsische oder eine andere fremde Censur Manches?-:cht sowohl auf Absicht des Politischen als der Religionsbegriffe zu frei finden dürfte. Denn wie leicht ist es nicht anzustoßen, ob Sie gleich leicht glauben werden, daß ich mit aller möglichen Schonung und Vorsicht schreiben werde. Um also alles zu vereinigen habe ich Herrn R. Teller ge- Dieser einzige Brief ist nicht im Original, sondern in Abschrift erhalten. Er liegt in den Briefen des I. 1787 und ist mit dem Datum 11. Mai 1787 versehen. Aber das Datum ist gewiß für 1781 versehen oder verschrieben. Der Abschreiber macht auch sonst Fehler; er schreibt z. B. „Apalogie" u. Aehnl.