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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 393

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
[Ohne Titel] / L. G.
Date
1890-01-01
Page
Seite 393 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Nachrichten. 393 mann einen Juden schlägt" gestanden. Diese Bestimmung komme bereits in einem Privileg des I. 1408 vor. Das. S. 214 ff. Referat über einen Vortrag Bloch's über den Schoß in Posen bez. Polen (vermutlich eine Grund- und Gebäudesteuer im 16. und 17. Jahrhundert). Diese Zeitschrist, die mit einer Säkularerinnerung an Moses Mendelssohn begann und seither, auch in dem vorliegenden Hefte, zu wiederholten Malen Neues von und über M. veröffentlichte, die erst neuerdings (oben S. 303 ff.) von einem projectirten Mendelssohn-Denkmal Kunde gab, darf nun von einem vor Kurzem wirklich errichteten Nachricht ertheilen. Am 18. Juni wurde in Dessau das von dem Bildhauer Heinz Hoffmeister herrührende Denkmal des Philosophen enthüllt. Das Denkmal steht, einem Wunsche des Landesherrn zu Folge, unmittelbar am Eingang der Stadt. Der Enthüllung wohnte der regierende Fürst mit vielen hochgestellten Personen, mehreren Mitgliedern der Mendelssohn'schen Familie bei. Die folgende Charakteristik der Enthüllungsrede Adolf Lassons entnehme ich dem Berichte Paul Schlenther's in der Vosfischen Zeitung 19. Jan. (No. 279) (Die Rede ist wörtlich abgedruckt im „Israel. Wochenblatt" No. 26). Der Redner wollte auf den Pomp hochtönender Worte verzichten, die der schlichten Gestalt Moses Mendelssohns nicht geziemten. Er pries den einfachen Mann, der hochgeschätzt als Schriftsteller in deutscher Sprache, als Vertreter deutschen Gedankens herüberragt in die Erinnerung der Nachwelt und der doch auch mit den jüngsten herrlichen Erinnerungen unsres Volkes verknüpft sei; denn „große kriegerische, staatsbildende, gesetzgeberische Thaten und Erfolge, wie die des deutschen Volkes in den letzten Jahrzehnten, sind nicht ein Erzeugniß des Glücks, des Zufalls oder des Genies einzelner Männer: sie sind die reife Frucht der gewonnenen Culturhöhe und weisen zurück auf die geräuschlose, geduldige, ausdauernde Arbeit vieler bevorzugter Geister, die sittliche, geistige Kräfte geweckt und genährt und den Boden bereitet haben, in dem die staatliche Größe und der Nachdruck der Selbstbehauptung der Nation unter den Nationen allein zu wurzeln vermag. Es kann die Zeit nicht kommen, wo das deutsche Volk über jüngeren Ereignissen der großen Epoche seines geistigen Aufschwungs seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts vergesse. Das Zeitalter, welches bezeichnet wird durch den großen Preußenkönig Friedrich den Einzigen und sein Gefolge an hervorragenden Männern in den verschiedensten Richtungen der Thätigkeit, bleibt für immer eine der stolzesten und liebsten Erinnerungen der deutschen Nation". Der Redner gemahnte daran, daß Dessau zu dieser

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