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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 3 · p. Seite 390

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 3
Article
Aus Briefen Berthold Auerbach's
Date
1890-01-01
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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390 Miscellen. Die Briefstellen, die von diesem Werke handeln, habe ich bereits in jenem Wiener Artikel zusammengestellt. Ich darf sie wohl auch hier folgen lassen: „Ich habe die Gedanken zum Vorworte meiner Memoiren skizzirt; es war nicht leicht" (1878). — „Die Dresdener Zeit ist mir lebendig wieder aufgegangen; ich habe einige Schlagworte hierüber aufgeschrieben und das Material zu sammeln begonnen" (1880). — „Kennen sie mein „Tagebuch aus Wien?" Ich war bei Messenhauser auf dem Stephansthurm, als er zum Bruche der Capitulation gezwungen wurde, und habe viel erlebt. Sagen sie mir Ihre Meinung, was ich daraus in die Memoiren aufnehmen soll" (1879). — „Es wird mir schwer sein, gegen X (einen bekannten Kritiker) gerecht zu sein, aber ich werde mich um so eifriger danach mühen, je ungerechter er gegen mich war" (1880). — „Das Dasein bietet Ergebnisse, die so folgerichtig sind und doch sehr überraschend erscheinen! Das ist mir heute wieder einmal lebhaft aufgegangen, als ich für das Lebensbuch meine Studienzeit zu fixiren begann" (1879). — „Wieder habe ich eine Erzählung begonnen, und doch fühle ich, es sollte meine nächste Aufgabe sein, meine Lebensgeschichte zu schreiben. Ich stehe an der Schwelle der Siebzig, ich fühle mich noch frischauf, aber wer weiß, wann seine Stunde kommt I Ich habe etwas zu sagen und darzustellen, vor Allem die Entwicklungsgeschichte eines Judenknaben im Schwarzwalddorfe, wodurch vielleicht eine Specialität allgemein menschlichen und deutschen Lebens ausgeklärt wird. Ich habe namentlich unter Beihilfe eiuer vier Jahre älteren Schwester bei meinem Besuche in der Heimat viele Einzelheiten aufgezeichnet, die zu ordnen sind" (März 1880). — „Wenn Sie mich so recht, recht verstehen wollen, müssen Sie mein Heimathsdors 'Nordstetten besuchen. Vielleicht, wenn wir einmal zusammen in den Schwarzwald gehen; es hat keine Beschwerde, der Ort liegt jetzt an der Eisenbahn. Da wurzle ich und werde darum in meinen „Erinnerungen" das größte Gewicht auf die Schilderungen des Dorfes legen" (Mai 1880). — „Wenn Sie doch auf einige Tage hierherkämen! Wir haben so viele gemeinsame Quellen und gemeinsamen Ziele, daß ein längeres Zusammensein und ruhiges Ausklären in jedem Betracht gut wäre, und insbesondere wünsche ich es wegen der „Erinnerungen". Jawohl, ich bedars eines Drängers und Mahners; denn manchmal fühle ich doch, daß ich schon alt bin und den gegebenen Tag festzuhalten habe" (Januar 188)). — „Jetzt wird es ernst, und zunächst wird mein Kindesleben im Dorfe fixirt! Ich bring's doch noch fertig, hoff' ich!" (Sommer 1881).

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