Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mendelssohn und Feder
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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370 MiScellen. schwerer Nervenkrankheit litt und vor jeder Aufregung sich hüten mußte. Im Gasthof, erzählt Feder, sah er Ramler, Engel und Mendelssohn. Engel und Feder stritten über die Gründe der sittlichen und ästhetischen Gefühle, und Feder griff Christian Wolf's Erklärung als unzulänglich an. Mendelssohn hörte eine Weile still zu, endlich machte auch er einige Bemerkungen zu Feder. „Bald aber schlug er sich vor die Stirn und sagte mit einem Ausdruck des Schmerzes im Gesicht: Nun ist die Nacht verloren". Im 5. Band der Gesamm. Schriften Mendelssohn's, der den Briefwechsel enthält, fehlt Feder's Name: nach seiner eignen Aussage hat Feder den größten Theil seines Briefwechsels vernichtet. Vielleicht kommen Briefe von ihm an Mendelssohn noch zum Vorschein. Empfang der Prinzessin (späteren Königin) Louise durch die Serliner Äudenschast. Von Ludwig Geiger. In der Schrift: „Louisens und Friderikens, Kronprinzessin und Gemahlin des Prinzen Ludwig von Preußen, geborner Prinzessinnen von Mecklenburg-Strelitz, Ankunft und Vermählung in Berlin. Im December 1793. Mit Kupfern. Berlin 1794. 116 SS." wird der feierliche Empfang bis ins Einzelste, mit allen Aufzügen, Gedichte u. f. w. genau beschrieben. In dieser Beschreibung findet sich noch mancherlei über Juden, das der Mittheilung Werth ist. Zunächst wird S. 17 ff. erwähnt, daß die unter den Linden zwischen dem Palais des Prinzen Heinrich (der jetzigen Universität) und der Bibliothek erbaute Ehrenpforte von der Judenschaft errichtet wurde, „die sich zum Theil durch Kultur sehr rühmlich auszeichnet". „Die Bürgerschaft ließ ihr diesen Borzug, der eigentlich ihr zugekommen wäre, und gab dadurch einen schönen Beweis von der Verträglichkeit, welche sie schon lange auszeichnet, und wobei die jüdische Nation in Berlin ruhiger und zufriedener lebt, als vielleicht in irgend einer andern der deutschen Städte". An dieser Ehrenpforte nun hatten Knaben der französischen, junge Mädchen der deutschen Nation, die Nettesten der Judevschaft ihren Platz genommen. Jede Abtheilung überreichte den Prinzessinnen Gedichte. Das der Judenschaft lautete: Unser Vater, den wir mit Ehrfurcht nennen, Friedrich Wilhelm, der vielgeliebte Herrscher, da Er hinaufzog, um den Feindes-Scharen Einbruch zu wehren;