Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das projectirte Denkmal Moses Mendelssohns (1788)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 2)
- Language
- German
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304 Miscelten. laender, Herz, Jtzig, Müchler und Nicolai" 5. Febr. 1794 eine Antwort gelangt: „So sehr ein jeder Deutscher das rühmliche Unternehmen billigen wird, daß vier großen Männern der Deutschen Nation ein öffentliches Denkmal errichtet werde", so könne die Intendantur ohne Königliche Einwilligung nichts beitragen. Eine solche sei zwar nicht zweifelhast; der Zeitumstände wegen jedoch sei es rathsam, das ganze Unternehmen bis auf ruhigere Zeiten zu verschieben. Diesem Vorschlage käme die Gesellschaft nach, erkläre sich aber zugleich bereit, denjenigen Unterzeichnern, die es wünschen, ihr Geld ungesäumt zurückzugeben. — Im Anschluß an die obigen Berichte theile ich eine Notiz mit, die mir recht interessant zu sein scheint, da sie zur Erkenntniß des Verhältnisses Iacobis zu Mendelssohn einen neuen Beitrag giebt. (Im Allgemeinen vergl. darüber Kayserling, M. Mendelssohn, 2. Aufl. S. 439 ff. und pas8im.) Das von der G.-L.-Stiftung verwahrte Exemplar „Vermischte Schriften von F. H. Jacobi", Breslau 1781, hat auf dem Umschlag die Bemerkung Iacobis „Für Herrn Moses Mendelssohn" und auf der Innenseite des Deckels „Dem Ehrwürdigen Mendelssohn, von deßelben vieljährigem dankbaren Schüler, dem Verfasser. Pempelfort, den 23. Ott. 1781". 8. Ein Srief Julius Mosen s (184k). Mitgetheilt von Eugen Wolff. Hochverehrter Herr Doctor. Meinen schönsten Dank für Ihre hübschen Gedichte: Judenlieder! Ihr warmes Herz nimmt poetischen Antheil an diesem Ahasverschicksal der Israeliten, und wer sollte es nicht? Nur ist das Weltgericht der Geschichte wie der Natur selbst mitleidlos; es vollstreckt ruhig das Richteramt, ohne rechts oder links zu sehen. So lange die Juden in einer Welt, die immer nur Wandelungen verlangt, auf alter Satzung verharren und sich abschließen wollen, werden sie auch nicht zum Frieden gelangen. Sie werden frei sein im Augenblicke, wo sie inwendig frei geworden sind. Diese Reflexion soll jedoch das poetische Mitleid nicht ausschließen, welches Sie so sinnig und gemächlich ausgesprochen haben. Mit vollkommenster Hochachtung Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster Am 20. Marz 1846. vr. I. Mosen»