Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 2 · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden in Schlesien
Date
1890-01-01
Page
Seite 182 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2259275-2259324-2259327-2264516--1583-2264617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

182 G- Wolf: Zur Geschichte der Juden in Schlesien. Zur Geschichte der Zuden in Schlesien. Von G. Wolf. Lange bevor deutsche Colonisten nach Schlesien kamen, lebten schon Zuden in dem damals noch ganz slavischen Lande und besaßen, wie solches auch in andern Ländern und insbesondere in Oesterreich vorkam, Landgüter und trieben Ackerbau'). Im Jahre 1272 ertheilte der Ethnarch Schlesiens Wladislaw II. den Juden Privilegien, die von dessen Pleßnischen Nachfolgern bestätigt wurden. Im Jahre 1327 erhielt der Pleßnische Fürst und Herr Lesco, und zwar der erste von allen Fürsten in Schlesien, vom König Johan (Luxemburger) von Böhmen Pleß freiwillig zu Lehen und war es demselben, wie den andern Fürsten und Herren in Schlesien, gestattet, die Juden, die aller Orten daselbst wohnten, zu halten. Selbstverständlich hatten diese Privilegien, wie andere in Betreff der Juden, nur so lange Werth, als man sie beachten wollte. War das nicht der Fall, so fand man leicht einen Grund — und in diesem Falle waren Gründe noch billiger als Brombeeren — um die Juden zu vertreiben. So verbannte König Ladislaus, 30. Januar 1455, die Juden für ewige Zeiten aus Breslau 2), 1457 wurden die Juden aus Schweidnitz vertrieben u. s. w. Im Jahre 1447 wurden die Juden aus Liegnitz durch die Herzogin Elisabeth ausgewiesen, die Wohnungen der Juden so wie die Synagoge wurden der Stadt eingeräumt. Die Ausweisung betraf jedoch nicht sämmtliche Juden, einige derselben dursten weiter in Liegnitz bleiben. Im Jahre 1453 brannte Liegnitz ab, überdies aber wurde gegen die Juden die Klage erhoben, sie hätten Hostien durchstochen. Man nahm diese Klage als begründet an und beschuldigte die Juden, daß sie den Brand angestiftet haben Oelsner: Schleiche Juden im Mittelalter (in Liebermanu, Jahrbuch für Israeliten 1854) und Schlesische Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter S. 10. y OesSner, Schlesische Urkunden :c., S. 87.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.