Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Actenstücke zur Vertreibung der Juden aus Nördlingen
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 4)
- Language
- German
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90 Mscellen. stat Nördlingen thuet und euere Heuser unnd ligennde gueter daselbst zu Nördlingen, die wir unfern unnd des reichs lieben getreuen burgermaister unnd räche gemainer statt Nördlingen yetz genannt kauffsweiß zugestellt haben, unverruckt lasset und dannen hin kainerlah wonung in der beruerten statt Nördlingen habet unnd suchet; ob auch in mittler Zeit losung halbe der pfannde, so ir von den Cristen innhabend, irrung für sielend, deshalben für unnser unnd des reichs lieben getreuen Ulrichen Straussen des Rats unnd Steffan Wanner Stattamman zu Nördlingen komen, die von unns bevelch haben, euch derhalben zu entschaiden und euch hierinn nit annders beweiset, daran thuet ir unnser ernstliche Mahnung. Geben zum Rotenman am fiben und zwaintzigisten tag des monats octobris nach Cristi gepurt fünfftzehenhundert unnd im sechsten, unnser reiche des Römischen im ainundzwaintzigisten, des Hungerischen im sibentzehenden jaren. 3. König Maximilian beaustragt ven Raths- und den Stadtamman zu Nördlingen, die bei der Auslösung der Pfänder zwischen Christen und Juden vorfallenden Streitigkeiten nach Billigkeit zu entscheiden. Würden sie über einen Fall verschiedener Ansicht sein, so sollten sie einen Dritten vom Ruthe hinzunehmen. 1506, Oct. 27. Zum Rotenmann. — Copie im Frks. Stadtarch., Reichss. 7064, Stück 6. Wir Marimilian, von gottes gnaden Römischer konig, zu allen zeiten merer des reichs, zu Hungern, Dalmatien, Croatien:c. konig, ertzhertzog zu? Osterreich, hertzog zu Burgund!, zu Brabant unnd Phaltzgrafe:c. empieten unnsern und des reichs lieben getreuen Ulrichen Straussen des rats unnd Steffan Wannern stattamman zu Nördlingen unser gnad unnd alles guet. Nachdem wir aus redlichen Ursachen unns darzu bewegende den Juden unnd Judin in der beruerten statt Nördlingen gesessen und wonhafftig gebotten haben, sich samentlich und sonnderlich mit iren beweglichen guetern zwuschen datum ditz briefs unnd dem Sonntag Letare zu mitfasten schierist künftig außer derselben statt Nördlingen zu thun und ferrer daselbs nit zu enthüllten, unnd die Burger zu Nördlingen und annder, so als wir bericht werden, in mercklichem werd pfannd bey inen haben, derselben pfannd halben durch die beruerten Judischait in unpillich Wege nit gedrenngt oder beschwert werden, empfelhen wir euch, geben euch des unnser macht unnd gewallt mit disem brief, ernstlich gepietend, wo sich in der hetzbestimpten zeit oder in derselbenn Juden abschid lesung halben der versetzten pfannd zwuschen den beruerten Cristen unnd Juden irrung begeben, daß ir dieselben irrungen von baiden thaylen not- Lurftigklichen verhöret unnd die der pillichait nach entschaidet, damit kain Lail beschwert werde, daran thuet ir unnser ernstlich maynung; wa ir auch i in ainem oder mer sachen in sollichem zwispeltig wurden, ainen, so euch unnser und des reichs lieben getreuen burgermaister unnd rathe der statt Nördlingen, das wir inen auch hiemit ernstlich bevelhen hierine zu geben, zu euch nemet, euer ainem hierinn zufall zu thun, und was dann durch euch paiden oder ainen mit zufall das beruerten zugegeben hierinn in ainem Heden sollichen hanndel erkannt unnd für pillich geacht wurde, wollen wir, dasselb