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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 56

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 56 (sequence 28)
Language
German
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56 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. Rabbiner, E. Landau, abführt. Die zweite Auflage der Schrift enthält ferner einige Ausfälle gegen die Schrift von Marx (dies gegen meine Behauptung, S. 213, Anm. 1). Gegen den hannoverischen Kollegen, den er mit beißendem Spott behandelt, einmal sogar ziemlich direkt der Unwahrheit zeiht, führt Herz in erster Linie medizinische Autoritäten ins Feld, z. B. eine französische, 1787 erschienene Schrift von Thiery. Eine dieser gegen Marx gerichteten Stellen bringe ich hier zum Abdruck. Sie verdient schon wegen ihrer schönen Würdigung des Maimonides der Vergessenheit entrissen zu werden. Sie lautet: „Man trägt sich in der That bey uns mit verschiedenen Briefen von und an Maimonides herum, für deren Authenticität ich gleichfalls nicht stehen mag, in denen man ihn Hofmedicus behm ägyptischen König und einen ziemlich beschäftigten praktischen Arzt sehn läßt. Ich kann hierüber nichts entscheiden. Nur gut, daß mir an der Entscheidung dieses Punktes so wenig liegt, so wenig, daß ich dafür die Aufklärung des kleinsten Zweifelchens in der ganzen Literatur nicht hingeben möchte. Der Mann, der zuverläßig einer der scharfsinnigsten philosophischen Köpfe war; der Mann, dessen allgemeines, weitumfassendes, aus sich selbst gebildetes Genie die Bewunderung seiner und jeder anderen Nation die ihn so ganz kennt, sehn muß; der Mann, der in den Systemen der griechischen Weltweisen so ganz lebte und webte, daß er überall die Gelegenheit mühsam aufsuchte, die Lehren seiner heiligen Religion mit diesen in Übereinstimmung zu bringen; der Mann, der mit so stiller Weisheit den Saamen zur ächtesten Aufklärung unter sein Volk streuete, daß die schönsten Früchte, die es unter sich hat reifen sehen und in der Folge noch häufiger sehen wird, im Grunde sein Werk sind; der Mann, dem niemand, der ihn so recht kennt und faßt, weder in dem Gebiete der Arzeneykunft noch in dem Gebiete irgend einer Wissenschaft das Bürgerrecht absprechen kann: was kann dieser Mann in den Augen der Vernünftigen dadurch an Werth gewinnen oder verlieren, daß er auch ein förmlicher Herr Doctor, allenfalls auch ein Herr Hofmedicus war, oder nicht? — Es ist daher die größte Kleingeistereh es mir zu verübeln, daß ich im Text die Mehnung des Herrn von Haller problematisch vorgetragen, und nicht steif und fest die DocLorwürde und das Hofmedicat des großen Maimonides behauptet; gleichsam als wenn Doctor und Arzt, Hofmedicus und großer Mann unzertrennliche Dinge wären! Eine Kleingeistereh, die ich, wenn auch von dem Herrn Hofmedicus, doch nich: von dem scharfsinnigen gelehrten Marx erwartet habe!" Herz macht sich aber nicht blos über den Mediziner, sondern auch über die Art lustig, in welcher Marx die Rolle eines Rabbi spielt. End-

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