Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
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32 Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. minationen, Die bey hoher Anwesenheit Jhro Königl. Majestät in Pohlen Und Dero Königl. Printzens Hoheit Daselbst angestellet worden. Nebst einem Anhange aller auf diese fröliche Begebenheit verfertigter Gedichte. Berlin, zufinden bey Johann Andreas Rüdiger, Königl. privil. Buchhändler, 1728", die ich wie so viele Seltenheiten und Curiosa aus der reichen und mir mit der größten Liberalität zur Verfügung gestellten Bibliothek der Göritz-Lübeck'schen Stiftung in Berlin benutzen durfte, werden die Feierlichkeiten beim Einzug und während der Anwesenheit des Kurfürsten von Sachsen, Königs von Polen in Berlin ausführlich beschrieben. Am ausführlichsten wird eine Illumination geschildert, die bei dieser Gelegenheit stattfand, bei deren Beschreibung jedes einzelne Haus durchgenommen, die Inschriften und Gedichte an den Häusern mitgetheilt werden. In dieser Beschreibung nun findet sich folgende überaus merkwürdige Stelle, die sich auf Juden bezieht. „Bey des Juden Moses Salomons Wittwe, die Göttin der Blumen Flora, unter der Gestalt eines angenehmen Frauen-Zimmers mit einer Crone von schönen Blumen, überall mit Blumen umgeben, welche gleichsam einen freundlichen Blick auf die zweh daneben stehende verbundene Adler that. Daneben der weisse Pohlnische Adler gekrönet, mit einem Schwerdt in der Klan zur rechten Hand, und der schwartze Preußische Adler mit einer Crone, den Scepter haltende zur lincken Hand, wie sie behde die Schnäbel zusammenfügen, und sich gleichsam küssen. Ueber der Flora war diese Schrifft: Wie lieblich ist's, wann die Nachbarn sich lieb haben? Ueber den behden Adlern diese: Unter ihrem starken Schutze Steht der Länder Wohl im Flor. Unter der Flora: Ob ich Flora gleich der Zeiten Angenehme Crone bin, Uebertrifft mich doch bey weiten Preussens grosse Königin! Ueber denen behden Adlern: Schwerdt und Scepter so regieren, Zst ein himmlisch Eigenthum, Und die Helden, die Sie führen, Krönt ein wahrer Götter-Ruhm! Der durch einige Zufälle unglücklich gewordene Jude Fränckel, in der Spandauer Strasse, hatte das Glück gehabt, zum Spott seiner Feinde,