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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1890-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1890
Issue
Heft 1
Article
Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin
Date
1890-01-01
Page
Seite 29 (sequence 1)
Language
German
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Geiger: Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in Berlin. 29 Kleine Seiträge M Geschichte der Juden in Berlin (1700 bis 1817). Von Ludwig Geiger. Die nachfolgenden kleinen Mittheilungen sind Nachträge theils zu den oben Bd. III. (S. 185—233) veröffentlichten Studien, theils zu meinem Buche über die Geschichte der Juden in Berlin. Daß die hier folgenden Nachträge den Gegenstand abschließen, kann ich dem Leser nicht versprechen; ja ich bin so kühn, zu erwarten, daß Manche auch weitere kleine derartige Mittheilungen gern annehmen. Was ich hier biete und eventuell später noch bieten werde, sind meist Lesefrüchte neuesten Datums, Schnitzel, die bei meinen Studien zur Literatur und Culturgeschichte Berlins abfallen, kleine Beiträge, die auch sür sich bestehen könnten, aber die doch hauptsächlich als Ergänzung zu dem früher Mitgetheilten aufgefaßt werden mögen. Bei der Art, wie solche Studien betrieben werden müssen, ist es gar nicht möglich, gleich das erste Mal irgendwelche Vollständigkeit zu erreichen und ebensowenig möglich, einen auf den ersten Blick erkennbaren inneren Zusammenhang zu wahren. Diese innere Verbindung offenbart sich jedoch dem Tieferblickenden: es sind Zeugnisse von der Stellung, welche die Juden einnahmen, von der Art, in der sie von ihren Genossen betrachtet wurden, von dem Antheil, den sie an den geistigen Bestrebungen der Zeit nahmen. Denn daran wird man sich nun einmal gewöhnen müssen, wenn es auch von gewissen Seiten widerwillig geschieht, daß Geschichte der Juden in Deutschland nicht bloß die Erzählung von ihren Bedrückungen und von den über und gegen sie erlassenen gesetzlichen Bestimmungen, sondern daß diese Geschichte mindestens ebensowohl die Geschichte ihrer geistigen Bestrebungen, ihrer wissenschaftlichen Leistungen und ihres Zusammenhanges mit ihren christlichen Genossen ist. Da dieser aber nicht immer friedlich, sondern oft genug feindlich war, so hat der Historiker die Pflicht, diese Zeugnisse zu sammeln und objectiv d. h. geschichtlich zu würdigen. Ich betone: er hat die Pflicht dies zu thun und komme damit auf einen Punkt, den ich schon

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