Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. 7 Siek 6ann mit allen Aemainer stat dur^eru unä untertlianev, auek ver- ^auäten unä äie wen 211 vei-sxrseksn steen, Lu äer stat uvä nk äem lanät) umd xkanät, selinläerl und anäers, so sie mit lue» 2u kauäeln Kaden, Aeu^lleQ verrlent unä vertragen. ^) Danach am Lichtmeß (2. Februar) 1520 haben alle Juden, soviel ihrer noch in Rothenburg waren, die Stadt geräumt, in der sie selbst und zum Theil schon ihre Eltern und Großeltern aufgewachsen waren. Spätere bis zum Jahre 1526 wiederholte Bemühungen der Vertriebenen, wieder aufgenommen zu werden, sind, wie schon erwähnt, vergeblich gewesen, und auch die Klage, die Jsaac Levi gegen die Rothenburger einreichte, hat keinen Erfolg gehabt. Erst in unserem Jahrhundert ist wiederum die Ansiedelung jüdischer Familien in der nunmehr bairischen Stadt gestattet worden. Die vollständige Regelung der Schuldverhältnisse der ausgezogenen Juden war bis zu dem gesetzten Termine nicht erfolgt und zieht sich noch durch einige Jahre hin. Es ist nicht in Abrede zu stellen und soll ausdrücklich betont werden, daß der Rath, wie aus unseren Akten sich ergiebt, redlich bemüht gewesen ist, den Juden wenigstens zu dem Theil ihrer Forderungen, den er ihnen in seiner Preclamation zugebilligt hatte, zu verhelfen; in einem noch aus dem Jahre 1519 stammenden Erlaß an einen trotzigen Schuldner, den Schultheißen zu Wiesenbach, der es mit Entrüstung abgelehnt hatte, sich „mit einem schnöden Juden" auf einen Proceß einzulassen, bezeichnet der Rath es als seinen Grundsatz in dieser Beziehung, daß „niemand wider Recht, er sei Jude oder Christ, soll gedrungen werden". Auch scheint im großen und ganzen, was nach dem Auszuge noch an Forderungen ausstand, nicht sehr erheblich gewesen zu sein. Synagoge, Schulhaus und Friedhof der Juden wurden von der Stadt, die sich dafür auf die Privilegien Karls IV 2) berief, eingezogen; die erstere wurde in eine Kapelle zur reinen Maria umgewandelt, welche 1525 während des Bildersturms der Bauern zerstört worden ist 3). Die Stelle, wo der Friedhof gewesen war, heißt noch jetzt der Judenkirchhof. t) Abschrift auf f. 4. v. unseres Bandes. 2) Diese Zeitschr. III, 303. 3) Noch eine andere Kapelle, die zur heiligen Jungfrau Maria, soll nach Bensen S. 524, vgl. Merz S. 93, aus einer Synagoge der Juden entstanden fein, welche der Rath 1404 sammt dem jüdischen Tanzhaus für 2000 Gulden an Peter Creglinger verkauft habe. Hinsichtlich einer Vertreibung der Juden 1404 oder 1397, von welcher jene Autoren reden, ergiebt sich aber aus unseren Akten nichts; die Verfügung des Raths über die Synagoge erklärt sich auch ohnehin ausreichend aus dem Band IN, 325 mitgetheitten Aktenstück (vgl. auch unter S. 12 N. 1).