Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 393 thon als?raeeext0r (Zerwamas, Berlin, A. Hosmann 1889 geführte Nachweis, daß durch Melanchthon das Studium des Hebräischen erst eine theologische Begründung erfährt, nachdem es vorher nur als nothwendiges Erforderniß allseitiger gelehrter Bildung gegolten hatte. Daß Sebastian Münster vielfach mit Juden in Correspondenz stand, geht aus einem von mir in der Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte und Renaissanceliteratur Band II. S. 493 veröffentlichten Briefe aus dem Jahre 1540 hervor. Vielfache Beiträge zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache im 16. Jahrhundert bietet der an der genannten Stelle besprochene Briefwechsel des Andreas Masius, herausgegeben von M. Lossen, Leipzig 1886. Ich hoffe in einem der nächsten Hefte dieser Zeitschrift Gelegenheit zu haben, eine Anzahl nicht unwichtiger Mit> teilungen aus handschriftlichen Quellen zur Geschichte des Studiums der hebräischen Sprache in Deutschland, hauptsächlich während des 16. Jahrhunderts, zu geben. Wird es sich in diesen Briefen und Ausführungen auch nicht eigentlich um Thätigkeit der Juden handeln, so glaube ich doch, daß dieselben an diese Stelle gehören, weil sie uns einen Einblick gewähren, mit welcher Vorliebe die Sprache und Literatur der Juden von christlichen Gelehrten behandelt wurde. Das 1. Heft des 8. Jahrgangs von M. Grünwalds Jüd. Centralblatt enthält einige Nachträge zu desselben „Jungbunzlauer Rabbiner." M. Grünwald gibt in den „Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Deutschen in Böhmen" (3. Heft) eine biographische Skizze des Prager Chronisten David Gans. M. Spanier publicirt (Jüd. Literaturblatt, Nr. 19, 9. Mai 1889) aus dem Magdeburger Stadtarchiv eine Urkunde des Kurfürsten Friedrich III, 29. Dez. 1692, kraft welcher Abraham Liebmann, der bisher Rabbi im Herzogthum Magdeburg, Fürstenthum Halberstadt, Grafschaft Hohenstein und zu Derenburg war, als solcher auch im Fürstenthum Minden und Grafschaft Ravensburg bestellt ist. Als Rabbi ist er Richter in Streitigkeiten zwischen Juden. Von den Strafen gehörte dem Landesherrn; der Widerspenstige wird mit Bann belegt. — Die interessante Urkunde war bisher unbekannt und unbenutzt. In den von Kluckhohn herausgegebenen Briefen Weißes und Jacobis an Westenrieder (Berichte der Münchener Akad. hist.-phil. Klasse 1889, 2. Heft) findet sich einer Weißes vom 25. Mai 1783, in dem es heißt: „Ein Buch, das diesmal Aufsehen und manchen Widerspruch unter Christen und Juden finden wird, ist Moses Mendelssohns Schrift unter