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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 3 · p. Seite 373

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 3
Article
Zur Kritik der neuesten jüdischen Geschichtschreibung
Date
1889-01-01
Page
Seite 373 (sequence 1)
Language
German
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Geiger: Zur Kritik der neuesten jüdischen Geschichtschreibung. 373 Zur Kritik der neuesten jüdischen Geschichtschreibung. Von Ludwig Geiger. Während in jüngster Zeit innerhalb des deutschen Reiches wenige darstellende Werke über Geschichte der Juden in Deutschland erschienen sind, kamen mir aus Oesterreich im Lause der letzten Monate (Juli bis Oktober 1888) drei größere Arbeiten zu ^), die in einem zusammenfassenden Artikel hier besprochen werden sollen, einerseits um denselben mehr gerecht zu werden als dies in einer immerhin kurzgefaßten bibliographischen Notiz geschehen kann, andererseits um meinen Standpunkt gerade gegenüber diesen neuesten Erzeugnissen klar und bündig zu präcisiren. Die erste Arbeit^) nennt sich den Anfang einer Familiengeschichte und rührt von einem Gelehrten her, dessen Arbeiten bisher einem wesentlich anderen Gebiete als dem der Geschichte der Juden in Deutschland angehörten. Aber D. Kaufmann hat in diesem Versuche gezeigt, daß ein ernster, wissenschaftlich denkender Mann sich auch ohne Gefahr auf ein anderes dem seinigen naheliegendes Gebiet begeben und auch auf diesem Erfolge zu erringen sicher sein darf. Seine Schrift soll nicht etwa eine blos unterhaltende Familiengeschichte sein, sondern sie ist ein gründliches, an der Hand vieler bisher nur zum Teil gedruckter und benutzter Aktenstücke gearbeitetes Buch. Kaufmann hat die österreichischen Staatsarchive, jüdische Gemeindearchive und viele in Privatbesitz befindliche hebräische Handschriften benutzt. Unter den gedruckten Quellen sei auf die jüdisch-deutsche Reisebeschreibung des Abrahm Levi hingewiesen, über welche die Leser dieser Zeitschrift gelegentlich Näheres erfahren sollen. Einzelne der von ihm zuerst eingesehenen Urkunden z. B. die Privilegien des Hauptes der gleich zu nennenden Familie theilt er wörtlich mit. Keine der Thatsachen, die er berichtet, bleibt unbelegt. Die sehr zahlreichen, an Umfang den Text nicht selten überragenden Anmerkungen enthalten eine reiche Fülle von Gelehrsamkeit. Aber dieselben sind ohne Polemik; schlicht und einfach wird der Thatbet) Der Anfang dieses Aufsatzes ist in Nov. 1888 geschrieben; der Haupttheil, von der Besprechung des Güdemann'schen Buches an wurde im Juli 1889 hinzugefügt. 2) Samson Wertheimer, der Oberhoffactor und Landesrabbiner (1658—1724) und seine Kinder. Von Prof. vr. David Kaufmann, Wien, Friedr. Beck 1888, IX und 113 SS. Bildet den ersten Thei! eines Sammelwerkes, über dessen Umfang keine weiteren Angaben gemacht werden „Zur Geschichte jüdischer Familien".

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