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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 3 · p. Seite 335

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
Date
1889-01-01
Page
Seite 335 (sequence 35)
Language
German
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Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. ZZ5 lich auf seinem früheren Standpunkt: er verlangt gänzliche Zurücknahme der Forderungen des Bischofs oder einen ausreichenden Aufschub um die Sache vor den König zu bringen, der, wie er vielen Fürsten und Ständen geschrieben habe, nächstens ins Reich nach Regensburg kommen wolle. Da gab der Bischof nach: am 34. Mai erklärte er, er wolle sich über die Frage des Aufschubs mit seinen Herren berathen, am 27. gewährte er einen Aufschub bis Johann: und verlängerte später diese Suspension seiner Mandate bis zum 25. Juli. Inzwischen kam der König ins Reich und hielt in Nürnberg jenen Reichstag ab, auf dem er selbst, wie wir wissen eine allgemeine Besteuerung der Juden in den Reichsstädten ins Werk zu setzen suchte. Um so weniger wird er geneigt gewesen sein, sich eine Schätzung derselben durch Territorialfürsten gefallen zu lassen. Von den Ansprüchen des Bischofs hören wir nichts mehr: man ist offenbar nicht wieder daraus zurückgekommen. Bis zum Schluß des 15. Jahrhunderts liegen keine Anhaltspunkte vor, welche daraus schließen ließen, daß die in der zweiten Hälfte desselben vielfach austretende antijüdische Bewegung, welche z. B. in Nürnberg sehr deutlich zu erkennen ist 2) und hier 1498 zum Beschluß der Judenvertreibung führte, auch in Rothenburg die Beziehungen der jüdischen Gemeinde zu der städtischen Obrigkeit beeinträchtigt hätte. Dann aber im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts treten Symptome uns auch hier mehrfach entgegen. Aus einer Eingabe der Judenschaft an den Rath, die in der uns vorliegenden Abschrift undatirt, aber auf der Rückseite mit der Jahreszahl 1511 versehen ist (f. 138), erfahren wir, daß durch eine Verordnung des Rathes ein Abzeichen an der Kleidung der Juden eingeführt worden ist, wie es bisher in Rothenburg nicht bekannt gewesen war: die Gemeinde begehrt von dem Rathe zu wissen, von welchem Alter ab Juden und Jüdinnen das Zeichen tragen sollen. Weiter belehrt uns diese Eingabe, daß der Rath den Zuzug fremder Juden auch nur zu vorübergehendem Aufenthalt zu erschweren suchte; die Judenschast schreibt darüber folgendes: ^Ve^ter 80 de^eren nir ein leuterunA äer iremdäen MÄen 6e8 naedtAelt3 dalden, nie alt 6er 80II 8ein. Dann in anäern Letten Aidt kein knad noed kein Mnektran niedt; aued Aidt inan 2ue I^anckfürt ein naedt vier franekknrter deller unä Zehen aued keinen 20II. 80 N2U82 aued ein ^eelieder irerndüer in enrer 1an<l8edaft seden Pfennig AedeN) eer äann er knindt In ener stat. varuind, kür8iedti^eN) Aünsti- Ten, ne^8en, lieden nerren, nir ditten eued ir nollt un8 aued de^ äen vier xfenniA lassen kleiden. Dann e3 kuwdt su selten inaneder arnier .juä der, äein nir unid Oots willen lnü88en delken unä ^edev, äarsue er aued nit al8vil äarvon dringt al3 äa.3 Zeit 18t unä ^eden lnu82. 80 ^eet aued einem erdarn ratd äaran niedtsit nit ad. ^Vann sollt 682 de^ 6en 2^015 pLenni» dele^den, 80 riedten 8ie ir danälunA de^ äein ta^ au3s unä sieden de^ <ler vaedt dinau82 u. 8. n. ^) S. oben S. 107 ff. 2) Vrgl. Stobbe S. 61 ff. 22*

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