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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 288

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Ein angebliches Attentat der Frankfurter Juden gegen die Truppen des Generals Custine im Jahre 1792
Date
1889-01-01
Page
Seite 288 (sequence 5)
Language
German
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288 Miscellen. combinirte Armee, die hier in Garnison gelegenen französischen Truppen von hiesigen Juden mißhandelt worden seyen, beh der Obrigkeit verfügten Untersuchung der bei solcher Gelegenheit vorgegangenen Excesse aber sich bisher nichts hervorgethan hat, was diese Beschuldigung begründen könnte, so hat man solches der Wahrheit zu Steuer, auf Begehren der gedachten Judenschast, hierdurch öffentlich bekannt zu machen sich verpflichtet erachtet". Da man von keinen Gewalthaten der Franzosen gegen die Juden Frankfurts weiß, muß wohl damit die Sache ihr Bewenden gehabt haben. 11. Julius von Voß „Jüdische Romantik und Wahrheit" ist gewiß nicht, wie es auf dem Titel heißt „von einem getauften Israeliten" geschrieben und von Voß nur herausgegeben (Berlin 1817), sondern rührt ohne Zweifel von dem vielschreibenden Schriftsteller her, der uns in manchen seiner Schriften interessante Kulturbilder darbietet. Die Schrift enthält einzelnes Historische, z. B. den Aufsatz „des Philosophen Maimon romantische Fahrten", aus dem die Kenner von Maimons Selbstbiographie aber nichts wesentlich Neues entnehmen werden, oder die Abhandlung „Kleines aus dem Leben des großen Spinoza", die auch nur einen Auszug aus den bekannten, über den großen Philosophen handelnden biographischen Schriften enthält. Weit zahlreicher sind die erzählenden Abschnitte. Der Titel des einen „Des Juden Hirsch Reise nach Sibirien oder merkwürdigstes Jahr seines Lebens" klingt allerdings wie eine Verspottung der fast gleichnamigen Schrift Kotzebues; indessen ist von einer solchen Verspottung in dem Aufsatz selbst nicht das Geringste zu spüren. Die übrigen Erzählungen enthalten Schilderungen jüdischer Schlauheit, großer Erfolge glücklich spekulierender Juden, in denen wohl gelegentlich eine Abneigung des Verfassers gegen die von ihm Geschilderten zum Vorschein kommt, manchmal aber der Triumph der Schlauheit, ja geradezu der betrügerischen Manipulationen ohne weitere Bemerkungen dargelegt wird. (Wie Voß sonst in seinen, freilich nicht auf die Bühne gebrachten, Stücken die Juden, speciell die Berliner Juden, carikirt, hat Gödeke gezeigt, Grundriß III, alte Ausg. S. 940). Unter diesen Skizzen findet sich nun aber eine eigenartige, welche aus dem Rahmen der übrigen herausfällt und von einer andern Gesinnung des Verfassers Zeugnis ablegt. In der Erzählung nämlich „Die zum Glück der Liebenden fehlende winzige Kleinigkeit" wird ein romantisches Verhältnis eines jüdischen Kaufmannes zu einem christlichen Mädchen dargestellt, das endlich abgebrochen werden muß, nachdem der Jude seinen Glauben dargethan und durch dieses Bekenntnis auf den Besitz des geliebten Mädchens Verzicht geleistet hat. Die Kenner von Börnes Schriften erinnern sich gewiß

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