Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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262 Miscellen. 7. Hebräische Drucke in Deutschland. Von Moritz Steinschneider. (Berlin, 1733—1762.') 10. Den nun folgenden Perioden der Berliner Typographie muß eine allgemeine Bemerkung über die Quellen vorangeschickt werden, welche teilweise auch für andere Druckorte gilt. Wenn ich bisher über eine wohl vollständige, chronologisch geordnete Aufzählung der Drucke verfügen konnte, welcher mein Bodleianischer Catalog (der die Desideraten einschließt) zu Grunde liegt, so daß ich fast alle Druckschriften selbst gesehen; so bin ich für die Zeit von 1733—1800 (Grenze dieses Artikels) auf ein ähnliches, vor vielen Jahren angelegtes und nur gelegentlich ergänztes Verzeichnis angewiesen, für dessen Vollständigkeit ich nicht einstehen kann, und was noch nachteiliger ist: ich habe nur eine kleine Anzahl der zu verzeichnenden Schriften mit Rücksicht auf die Geschichte der Buchdruckerei geprüft, ja sehr viele gar nicht gesehen und wäre, wenn ich es der Mühe wert hielte, nicht in der Lage, es nachträglich zu thun. Man sollte glauben, Berliner Drucke müßten vor Allem in der hiesigen k. Bibliothek, die in allen Zweigen so reich ausgestattet ist, zu finden sein. Dem ist aber nicht so. Unter Pertz's Verwaltung wurde der sehr geringe Bestand jüngerer hebräischer Drucke äußerst wenig ergänzt. Lebrecht's Empfehlung konnte nur alten, seltenen oder sehr wichtigen Werken Eingang verschaffen. Auch nachdem ich (vor ungefähr 15 Jahren) den Catalog der „kaddiniea" (neuhebr. und jüdische Literatur) auf Grundlage des Bodleianischen redigirt habe und fortführe, hat bei neuen Anschaffungen der Inhalt der Bücher, nicht ihr zufälliger Druckort, den Ausschlag gegeben und die Berliner Drucke bieten für diesen Gesichtspunkt keine günstige Seite, da sie großenteils Abdrucke älterer Ausgaben sind. Beim Ankauf der größeren Sammlung hebräischer Bücher nach dem verstorbenen vr. Pinn er hier (1883), aus welcher bereits das Wertvollste durch Benzian vorweggekauft war, — der Ankauf geschah auf Verwendung eines hiesigen Prof. der Theologie, dem die Bandzahl (über 3000 inclus. Judaica und dergl.) imponirte — fand sich kaum ein Berliner Druck, den ich nicht schon anderweitig kannte; ich hatte daher kein Interesse, zu constatiren, wie viele überhaupt jene Sammlung enthielt. Die vollständigste Sammlung Berliner Drucke besaß wohl H. Michael in Hamburg (gest. 1846), dessen Druckwerke bekanntlich vom Brit. Museum erworben sind. Sollte also Jemand eine ähnliche Arbeit unternehmen, wie ') Bergl. oben S. 86 ff.