Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wiederaufnahme der Juden in Speyer nach dem schwarzen Tode
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 2)
- Language
- German
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246 Miseellen. Diese neue Lage der Dinge spiegelt sich auch in den beiden Urkunden ab, die wir über die Wiederansiedlung der Juden in Speyer besitzen^). 1. Rat und 15 Zünfte zu Speyer haben einstimmig beschlossen, zu Nutz und Ehren der Stadt Juden wieder aufzunehmen, und geloben denselben den Schutz und Frieden der Stadt. Die früher be: den Juden gemachten Schulden sind aufgehoben. — 1352, Montag nach St. Gallen. Stadtarchiv zu Speyer, Urkunden nr. 279 in zwei Exemplaren or. ind.: s) mit anhangendem Stadtsiegel und 13 Zunftsiegeln. Zwei Zunstsiegel sind abgegangen, wovon noch eins zugleich mit der Urkunde aufbewahrt wird. Fleckiges Pergament, Schlußzeile durch Loch unleserlich, d) mit noch anhangendem Stadtsiegel und 2 Zunftsiegeln. Die übrigen Zunftsiegel sind abgegangen. ^Vir äie dur^erineister, 6er rat, äie ^unktweister, äie Ae^üvtte^) unäe äie dürrer Aemeinlienen 2Ü Lpire verienent on^enlienen unäe äunt kunt allen äen, äie äisen drieL ieiner senent oäer noerent lesen, äa? ^vir nant anxesenen soliene Knaäe,^) als uns unäe unserre stat 2Ü Lvire äa? roernisene riene ^etan nat, äaran äa? alle ^luäen unäe ^uäiseneit, äie nu oäer nernaen e^ielienen di uns Zpire ^vonenäe >veräent, ei^enlienen uns unäe unserre stat 2Ü ^enoeren soellent unäe unser ei^en sin sollent init Ilde unäe mit ^üte, von reäeliener saene, fruntsenekte unäe äieneste ^e^en, äie ^ir von frien inüt^villen äern riene äaruinbe l^oestlienen unäe inani^valtielienen xetan nant, unä äaruinde so nan ^vir unserre stetäe unäe unsern bürgern 2Ü nue^e unäe 2Ü eren, init Aueter vollel^oinenre deratnisse, äie ^ir äaruder ^enadet liant, sininüteelienen unäe einnelleelienen uder^oinen unäe rnitenanäer übertrafen, äa2 ^vir ^uäen nie di uns 2Ü Loire naden soellent, sit^enäe unäe ^vonenäe uf äen novestetäen, äie ^vir in äar 2Ü deseneiäen unäe dessen nant, äie uns unäe unserre stat ouen ei^entlienen 2u ^edoerent, unäe äieselben iuäev, alle suväer unäe samet, äie nu oäer nernaen 2Ü uns Moment unäe mit eiine rate 2u Lvire, äer nu ist oäer nernaen ^irt, reäent unäe destellent, äa? sie liie sin soellent.. nenieu ^vir in unserre stetäe friäen, senirin unäe ärostun^e, also äa2 man an in unäe an iren ^iden, iren kinäen unäe irme ^eäin^eten Aesinäe treveln sol Liener ^ise, als an anäern unsern dur^ern?ü Lpire, unäe ^eloden auen ^vir ') Vgl. Wiener in Monatsschrift f. d. Gesch. u. Wiss. d. Iud. 1863, S. 427 f. Die von Lehmann, Chronica der sreyen Reichsstatt Speyer S. 713—14 nach einer Handschrift zum Jahre 1353 gemachte Mitteilung beziebt sich nicht auf dieses Jahr, sondern auf 1349 und die unmittelbar darauf folgende Zeit. Es ist also keineswegs eine zweite Bertreibung im Jahre 1353 anzunehmen, wie dies Wiener nach Lehmann thut. 2) Wo die Vorl. u mit darüber befindlichen o hat, gebe ich dies in den Abdrücken dieser Zeitschrift aus Typenmangel mit ü wieder; für u mit darüber befindlichen e setze ich ue. s) 1349, März 29: Hilgard, Urkunden der Stadt Speyer, ui-. 519.