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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 244

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
König Albrecht I. für die Juden in Dortmund (1299)
Date
1889-01-01
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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244 Miscellen. Pfennige sollten die Juden in Frieden wohnen, so lange es ihnen beliebte. Verließen sie die Stadt, so durften sie nicht gekränkt werden, nur mußten sie das Schutzgeld für das laufende Jahr bezahlen^). Neben dieser Abgabe an den Erzbischof wurde eine Steuer an den König entrichtet. Für I V2 Jahr betrug diese mehr als 84 Mark Sterling. Wir können dies einer Urkunde König Rudolfs entnehmen, in welcher er am 20. Juli 1279 die Dortmunder Juden auffordert, zweien seiner Getreuen 70 und 14 Mark Sterling zu zahlen, wofür sie vom 11. November 1279 bis zum 13. April 1281 von der Bede (ad omni xreearia 8ive stiura) frei sein sollten^). Dieses Verhältnis der Juden zum Erzbischof und König blieb auch bestehen, als Albrecht I. 1298 dem Erzbischofe Wikbold von Köln das Schultheißenamt und den Judenschutz zu Dortmund übertrugt). In ihren Angelegenheiten haben sich die Juden an den Erzbischof zu wenden, ihm haben sie an des Königs Stelle zu gehorchen keinem andern, auch nicht der Stadt dürfen sie Abgaben entrichten nur der König kann außerdem von ihnen Hilfe und Unterstützung verlangen; er bleibt ihr oberster Herr, sie sind seine Kammerknechte. Und der König nimmt sich auch seiner Schützlinge an. Da war den Dortmunder Juden durch Fremde aus der Grafschaft Mark eine beträchtliche Summe Geldes abgenötigt worden, sodaß viele die Stadt, in der sie nicht geschützt worden waren, verließen und sich nach andern sicherern Orten begaben. In einem energischen Schreiben vom 2. Dezember 1299 warf Albrecht dem Rate und den Bürgern das ärgerliche Geschehnis vor und gebot streng, die weggezogenen Juden wieder zurückzurufen und ihnen einen kräftigen Schutz angedeihen zu lassen. Die zuletzt erwähnte Urkunde, bisher nur als Regest bekannt, teile ich hier im vollständigen Abdruck mit. Sie befindet sich als Abschrift des 14. Jahrhunderts auf Pergament im Stadtarchive zu Köln^). ^.Idertus 6ei Araeia Rowanoruin rex seniper auAU3tu8 xruäentidu8 viris . . seulteto . . seadinis . . eonsuliduZ et uuiversis eividu8 l'remonien8ibu8 Käe1idu8 3ul8 Äi1eeti8 AratLam 8uam et owiie donum. Noseat ve3tra xruäentia, no8tri8 6386 ma1e8tati3 auribu3 intimatum, Huoä ^uäei U08tri iu oxiäo 1'rem0nien8i vodL8ouiQ eommorant^, HU08 veveradili ^V^iedoW Ool0nieii8i arotiiex^eoxo xrineixi et 8eeretari0 N08tr<) kari83iw0 tevenävis eommi8iinu8 et eu8t0äien6o8, lieet taiven alieiuSeue inSi-eäienti oxiäum ^remonien8e ex ix>8iu8 opiäi ILdertate vi3 iuLerri uon Äedeat, per V03 a vi0leneii8 in eoäem opiäo Q0V 8unt äekensi, eo c^uis. ^) Fahne, HL. I, vi-. 13. Rubel, NL. I, nr. 87. Kayserling in Mtsschr. f. d. Gesch. und Wiss. d. Ind. 1860, S. 81. Koppmann in Geiger, Jüd. Ztschr. V (1867), S. 83. Gierse, die Juden in Westfalen, S. 34. Frensdorf, Dortmunder Statuten und Urteile, S. 2) Rubel, Beiträge zur Gesch. Dortmunds und der Grafschaft Mark II.—III, S. 175. Rübel, HL. I, nr. 155. s) August 28: Rübel, V6. I. ni-. 258. Wiener, Regesten S. 17, nr. 117. 4) 1299, Oktober 18: Rübel, VL. I, vr. 266. s) 1299, Dez. 1: Rübel, V6. I, nr. 268—269 und 1300, Juli 15: Rübel, 116. I, vr. 273. «) Urk. vr. 659: Mitteilungen aus dem Stadtarchive von Köln, Hest4, S. 43

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