Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 10)
- Language
- German
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168 Wolf: Zur Geschichte der Juden in Deutschtand. In derselben Angelegenheit richteten auch die Gesandten der gemeinen Jüdischheit eine Bittschrift an den Kaiser. Wir lassen nun beide Schriftstücke sine äato ihrem Wortlaute nach folgen: Allerdurchleuchtigster Ew. N. K. M. als oberster Hort Beschizer Beschirmer und Handhaber der Gerechtigkeit und aller der heiüig Reiche Vnderthanen strengt ain arm gemain Züdischhait als Ew. K. M. Cammerleut so ein gar gering anzall vnder Ew. K. M. Im h. R. Reich wonung von alter hergehapt und noch haben Im Allervnderthngst gehorsam klagend vür wie das ain arme Züdischheit gleblich angelangt hat, das man in Vbung Stadt Ew. K. M. dahin zu bewegen Etliche Mandate Sazungen und Ordnungen Zn ds heillig Reich zu publiciren und außgehen zu laßen durch welliche ainer armen Züdischheit nit allein die wolthaten so die gemeinen Rechte und des heill. Reiches Sazungen Ordnungen und Abschied Innen Außtrukhenlich zu geben Entzogen Sonder auch das so von Ew. k. M. vorfahren an heill Reich sonderlich auch Nechsten alhier gehaltenen Reichstag von Ew. k. M. Innen auß Gnaden verlaßen zugelaßen und gegönnet worden ist gar und gemeinlich abgestrickht werden will. Dergestalt das ain arm Züdischhait von Jeglichen gelt kamen Nuzen mehr weder ueben oder haben Wirt megen. Dieweill kain Oberkait ainich Brief und Verschreibung vmb den wenigsten Pfenig oder falles Vber das geliehen gelt von Innen auffrichten oder vertigen laßen würdet. So doch wißentlich war und Zm heill. Reich offenbar und Notig ist das will des Reichs vnderthanen nit allein Sechs Sieben acht sondern biß in zehen und mehr gülden Zntereße das man gegen die Züdischhait ein Wucher nennt von hundert Gulden geliehen geben in ain Jahr Empfangen und von Iren Schultnern briessverschreibungen Versicherungen darneben nehmen welliche Verschreibungen und Versicherungen die Oberkaitten, wo solliche Sachen von selben Vnderthanen für Sy gepracht wurden mußten Sonder Zweifel auch beschwerlich geuertigt werden und stell darumb ain arm Züdischhait kain Zweiffel, daß Ew. K. M. werden allergdgst geneigt seyn Innen in diesem Vnderhalt In Aufrichtung der Briest das widerfaren zu laßen. Des anderen des Reichs Vnderthanen zugesehen und gestattet wurdet dieweill doch dafür gehalten werden will das in ein der Züdischhait halber vill wenig geuarlich nit dann mit andern des Reiches Vnderthanen zu laßen sein soll, wann wie Ew. K. M. zugeben solten das solliche vorhaben Zn das Werkh gepracht. So wurde ainer armen Züdischhait alles das so die gemeinen Recht Innen zulaßen daruor Zn heruor vbergebenen Supplication mit anregung geschehen ist Entgegen und dieweil der Züdischhait kain liegend guetes Znhaben Zn Narung durch Handwerkh und Hanndtieren wie andere des Reiches Vnderthanen zu besuchen wirdet gestattet dem gemeinen Recht zuwider auch nit zugelassen werden wil So müßte ain Züdischhait nit allein des ganzen Remisch Reich hungershalber verlaßen und der Woltat der gemeinen Rechten Emperen Sonder all Römischen Kahs. und Königl. Begnadung darzu Ew. K. M. Jüngst gegeben Fretzheit deren Copey mit B. und C. hieneben liegen ^) Entsetzt und also an Rechtlich vergeworden (?) Erkennmuß aller Rechte gnaden i) Findet sich nicht vor.