Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden im dreißigjährigen Kriege
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 6)
- Language
- German
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- Hanau 1× ep/1047937
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! im dreißigjährigen Kriege. 135 Worms, Bingen, Hanau, Friedberg, Hildesheim, Nördlingen stellen somit das stärkste Kontingent. Sonstige Ausnahmen in die Stättigkeit fanden nur höchst selten statt, kaum über 12 während unseres ganzen Abschnittes ^). Der Rat sträubte sich nach Kräften dagegen; dafür zeugt schon die Wiederauffrischung eines alten Dekretes, daß in Zukunft die fremden Juden nicht mehr bei den Rechenherren, die eine zu milde Praxis übten, sondern beim Rate selbst um ihre Aufnahme petitionieren sollten?). Freilich war für dieses Vorhalten nicht blos etwaige Abneigung des Rates gegen die Juden maßgebend, sondern die Besorgnis, der Preis der Lebensmittel möchte durch das Anhäufen einer zu großen Bevölkerung zu stark in die Höhe gehen und daraus Teuerung oder sogar Hungersnot entstehen^). Aus demselben Grunde beschloß man auch bisweilen, die Anzahl der christlichen Beisassen zu verringern. Das Sinken der Haushaltungsziffern in unserer Tabelle läßt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Vereinzelt kommt es vor, daß Juden wegen lüderlichen Lebenswandels^) oder sonstiger Vergehungen die Stättigkeit ausgesagt wird; andere geben dieselbe freiwillig auf, weil sie sich nicht länger in Frankfurt ernähren können 2). Zweimal im Verlauf des Krieges wird die Stadt von der Pest heimgesucht, 1626—1627 und 1634—1635«), und wenn auch die Juden durch ihre mäßige Lebensweise und durch ihre abgeschlossene Lage den ansteckenden Krankheiten weniger ausgesetzt waren, als ihre christlichen Mitbürger, so rafften erstere immerhin noch genug Opfer hin, wie aus folgender Tabelle hervorgeht, die den Aufzeichnungen der seit langer Zeit in Frankfurt bestehenden jüdischen Beerdigungsvereine ent- (darunter 22 Kinder) ( ., 49 „ ) (darunter etwa 160 Kinder; von der Protestantischen Bevölkerung allein starben in diesem Jahre 6943; s. Kriegk im citierten Aufsatz.) (an einem Tage, 13. Elue, starben 7) nommen ist^). 1627 starben 127 1628 „ 97 1629 „ 46 1630 75 1631 „ 70 1632 ., 163 1633 174 1634 „ 95 1635 „ 222 1636 ., 175 1637 „ 97 1638 „ 79 1639 „ 72 1640 „ 70 t) S. Rechenm. 1623, 1624, 1627, 1630, 1640, 1642, 1648. 2) Brgm. 1621 April 26 und 1623 Januar 21. 5) 1. c. 1634 Oktober 21. 4) z. B. I. 0. 1619 Juli 1. y 1618 sagen 2 die Stättigkeit auf; 1619 ebenfalls 2, 1623 1, 1625 3, 1626 1, 1633 gar 6 Personen (Rechenm.) e) S. Kriegks Aufsatz: Frankfurt um die Mitte des dreißigjährigen Krieges in Gesch. von Frankfurt am Main S. 418 ff. ') Die hiesige Gemeinde führt erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit Totenregister. Fremde Juden dursten nach der StättigkeiLsordnung in Frankfurt nicht bestattet