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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 91

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Wie die Frankfurter Juden Karl VII. huldigten
Date
1889-01-01
Page
Seite 91 (sequence 6)
Language
German
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Mscellen. 91 Nach der Huldigung hielt der Baron nochmals eine Ansprache an die Judenschaft. Er versicherte sie des kaiserlichen Schutzes und Schirmes; der Herrscher werde auch ihre Bitte um Bestätigung der ihnen von den früheren Kaisern erteilten Privilegien erfüllen. Darauf wurden die Juden entlassen. Die städtischen Deputierten gaben den Kommissarien das Geleit in das Haus des Barons von Seidewitz. Letzterer machte ihnen „das Kompliment, daß er der Stadt aller gehorsamste Folgeleistung dem Kaiser anzurühmen nicht ermangeln werde." Die Deputierten machten den Kommissarien ein ehrerbietiges Gegenkompliment, fügten aber jetzt ihrem Auftrage gemäß hinzu, „Man hätte zwar ex parte ma^lstraws lieber gesehen und wünschen mögen, daß dieser Huldigungsaktus, wie vor alters, nicht an die Judenschaft gesonnen worden wäre, unterdessen aber, weilen man an Jhro kaiserlichen Majestät einen so gerechten, allergnädigsten Herrn hätte, verhoffe und bäte man zugleich, daß magistraws bei seinen wegen der Judenschafft erlangten Gerechtsamen möge erhalten und geschützt werden." Nach diesem anstrengenden Tagewerk nahmen die städtischen Deputierten eine Einladung zum Mittagsmahl nicht ungern an. Sie sowohl als auch noch andere, zur Feier des Tages eingeladene Gäste, wurden vom Baron von Seidewitz „herrlich traktiert." Die kaiserliche Herrlichkeit Karls VII. war nur von kurzer Dauer. 2^/2 Jahre später starb der unglückliche Herrscher in seiner Residenzstadt München. Er, der sich selbst nicht helfen konnte, wird wohl kaum je im Stande gewesen sein, seinen Einfluß zu Gunsten der Juden geltend zu machen. Zur Geschichte der Juden in Böhmen. Von G. Wolf. Im Jahre 1744 unterbreiteten einige Prager jüdische Kaufleute der Kaiserin Maria Theresia das Projekt, es ihnen zu überlassen, die Juden in Böhmen und Mähren für das Laubhüttenfest mit L8sz-0^iln (zum Feststrauße am Hüttenseste) zu versehen, wofür sie jährlich dem Aerar fl. 30000 erlegen wollen unter der Bedingung jedoch, daß 12000 Juden Lssro^im nehmen müssen. Der Hofkanzler Gras Harrach, der zwar nicht das Wort für die Juden nehmen wollte, riet auf Abweisung dieses Antrages an, da man den Juden Gerechtigkeit widerfahren lassen müsse. Diese seien aber mit außergewöhnlichen Steuern überbürdet. Die Kaiserin genehmigte hierauf das Projekt in der Weise, daß die Juden wohl eine Steuer zu zahlen hatten, nämlich t) Das Konzept dieser Gegenvorstellung hatte der Rat schon vorher den Kommissarien eingesandt. Auf ihren Wunsch ließ er den Schluß weg, in dem es hieß: „wenn der Stadt aus der Huldigung Nachteil erwachse, und die Juden sich der schuldigen Subjektion zu entziehen gedächten u. s. w.

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