Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 1
- Article
- Joselmann von Rosheim und seine Nachkommen
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 7)
- Language
- German
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Miscellen. GnadL unnd Freyheit, also daß sie an allen Stätten unnd Flecken im heiligen Reich, da ander Juden sitzen, eingenommen werden, daselbsten mit sampt ihren Weibern, Kindern, Brodgesindt, Haaben und Gutern umb ein ziemlichen Zins nach ihrem Vermögen, auch wohnen mögen unnd sollen; ob auch jemand zue ihren Leib, Haab unnd Güter Zuspruch zu haben vermeint oder gewinne, der soll sie ninderst änderst, dann in denen IM. 3 a! Gerichten, darinnen sie sesshafft sehen, wie recht ist, furnehmen; sie sollen auch alle kehserlichen Gnaden unnd Freyheiten, so unsere Judischheit mit in gemein und sie insonderheit von unfern Vorfahren, Römischen Kehsern unnd Königen unnd uns erlangt haben, nießen und gebrauchen, unnd ob demme zu wider ichts furgenommen were oder noch würde, das soll ihnen an selchen unfern kehserlichen Gnaden und Freyheiten keinen Schaden oder Nachtheil bringen, sondern gantz unschädlich seyn, unnd gebieten daruff allen unnd jeglichen Churfürsten, geistlichen und weltlichen, Praelaten, Graven, Freyen, Herrn, Rittern, Knechten, Hauptleuten, Landvögten, Vitzdomen, Vögten Pflegern, Verwesern, Amptleuten, Schultheißen, Burgermeistern, Richtern, Rächen, Burgern, Gemeindten unnd sonst allen andern unfern und des Reichs Unterthanen und Getreuen, in was Würden, Standt oder Wesen die seyn, ernstlich unnd festiglich mit diesem Briefs unnd wollen, daß sie den obgenanten Juden Josel, seine Söhne undt Töchtermänner, ihre Weiber, Kind und Hausgesindt beh obgemelter unser keyserlicher Erneuerung, Confirmation, Verspruch, Schutz, Schirm, Glaidt unndt Frehheit festiglich handhaben, geruhiglich bleiben unnd dessen alles gebrauchen lassen, auch ihnen ihre Schulden furderliche Bezahlung laut brieflicher Uhrkundt der Billichkeit nach verhelften, sie auch allenthalben im Reich, desselben zugethanen und unfern erblichen Furstenthumben, Landen, Stätten, Flecken, Herrschafften, Gebieten, frey, sicher handlen unnd wandlen lassen, darwider nicht Lringen, bekommern oder erschweren, noch des jemands andern zu thun gestatten in keine Weise, als lieb einem jeden sehe, unser und des Reichs schwere Ungnad und Straff unnd darzu ein Poen nemblichen zehen Marck lötiges Goldts zu vermeiden, die ein jeder, so offt er freventlich Hierwider thätte, uns in unser kehserliche Cammer unnachläßlich zu bezahlen M.3d^ verfallen seyn solle, unnd empfehlen daruff unfern gegenwärtigen und einem jeden kunfftig Fiscal, von einem jedem, der wider diese unsere gegebene Freyheit angeregte Juden freventlich bekommern oder erschweren thette, die bestimpte Poen in unser kehserliche Cammer zu erfordern und einzubringen, das mehnen wir ernstlich. Mit Uhrkund dies Brieffs, besigelt mit unserm kehserlichen anhangenden Jnsigel, geben in unserer unnd des Reichs Statt Augspurg am acht unndt zwaintzigsten Tag des Monats Februarii nach Christi unsers Herrn Geburdt funffzehenhundert unnd im acht unnd viertzigsten unsers Kehserthumbs im acht unnd zwaintzigsten unnd unserer Reiche im drey ^KIAg^. unnd drehßigsten Jahren. Unnd hat uns daruff ermelter Gersel Jud für sich, seine Kinder und Schwestermannen demutiglich gebetten, daß wir ihnen solchen Schutz, Schirm und Frehheitsbneff als Römischer Kehser zu verneuern und zu bestetten genediglich geruheten. Des haben wir angesehen ermeltes Gersel Judens ziemliche Bitte, auch sein unterthenige Dienstbarkeit, so er uns erzeiget, unndt darumb