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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Joselmann von Rosheim und seine Nachkommen
Date
1889-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 Miseellen. keyserlichen unnd königlichen Schutz, Schirm unnd Gelaidt fürsehen unnd gnediglich befreyet, daß sie allenthalben im heiligen Reich unnd unfern erblichen Fürstenthumben unnd landen frey sicher wandten, handlen und an allen Mauth oder Zollstätten frey, sicher, ledig Passiren mögen, von männiglich unbeschwert unnd unauffgehalten, so sehe ihme aber jetzo in unserm nechsten Zug im sieben und viertzigsten Jahr, als er in Bö heim bey hochgedachtem unserm lieben Brüdern, dem Römischen Konig, in Geschafften zu Leutmeritz gewesen, solche Frehbrieff auff der Straßen abgetrungen und verlohren worden, also daß er nichts darumb zu zeigen habe, dann allein ein Vidimus oder Transsumpt unserer gegebenen Frehheidt, unter unserer und des Reichs lieben getreuen Meister und Raths der Statt Oberehenheim anhangenden Jnsigel verfertiget, welches er uns auch alsbald vorbringen lassen unnd uns daruss demütiglich angerufen unnd gebetten, daß wir ihme solchen gegebenen Schutz, Schirm, Freyheit unnd Gelaidt zu verneuern, zu bestetten unndt von neuem zu geben genediglich geruheten, das haben wir angesehen solch sein underthenig Pitt, auch die gehorsame Dienst, die er uns unnd dem heiligen Reich bishero gethan hat, unndt darumb in Betrachtung des unnd seiner Wohlhaltens, darvon er uns glaubwürdigen schriftlichen Schein von etlichen Landvögten, Herrn und andern vom Adel, darzu von nahmhafften Stätten im Elsaß gelegen, fürbracht, darinnen sich befindet, daß sich gemelter Josel Jud bey hochgedachtes unsers AnHerrn Hoff, löblicher Gedächtnuß, und der Unter-8andvogtey zue Hagenau unnd in derselben Landsarth seinem Stand undt M. 2^ Weesen nach unstraffbar und wohl gehalten, wie er dann auch seithero in gemeiner Judischheit Geschafften auff Reichstagen unnd anderswo mit treuen embsigen Fleiß, auch hievor in unserm jüngsten Zug in Franckreich unnd in diesen nechstvergangenem Krieg mit Geld unnd Proviand dasselbig unserm Kriegsvolck zu furdern gehorsamlich nach seinem Vermögen bewiesen, ihme solchen hievor gegebenen Schutz, Schirm unnd Gelaidt erneuert, confirmirt unnd bestett, auch ihn,^) sein Weib, Söhne unnd Töchtermänner, auch ihrer aller Haab undt Güter in unser unnd des Reichs Schutz unndt Schirm vonn neuem genommen unnd empfangen haben, unnd thun das alles hiemit wissentlich in Crafft dies Brieffs also, daß gedachter unser Jud Josel von Rosheim unnd seine Söhne unndt Töchtermänner sampt ihren Weibern, Kindern, Knechten, Brodtgesindt unndt ihrer aller Haab unnd Güter, die sie jetzo haben unnd hinsüran uberkommen, in unserer und des Reichs sonderbare Gnadt, Verspruch, Schutz, Schirm und Glaidt seyn unnd sich derselben gebrauchen und genießen, auch allenthalben im heiligen Reich, desselben zugethanen unndt unsern erblichen Fürstenthumben unnd Landen, unnd an Zoll und Maut-Stätten frey, ledig, unauffgehalten Passiren, handlen, wandten unndt nach Judischer Ordnung und Freyheiten, so sie die Judischeit haben, gebrauchen sollen und mögen, von allermenniglich unverhindert. Wir thun ihme auch diese besondere u) Vorl. ihre.

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