Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 3)
- Language
- German
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202 Miscellen. (im Druck) des B. Buchbinder" (B. n. 2324) und 0ri ne-Nsek'L von Abraham b. Elieser Kohen. 1715 wurde ein Compendium des Sekeve I^uedot Ka-Lerit herausg. von 4 Compagnons, und Novellen des Jomtob b. Abraham, corrigirt von dem oftgenannten Salomo b. Mattatja und Naftali b. Jakob Levi aus Gnesen, beide mit dem Namen B. Buchbinders, der wohl auch die Leliekot (B. v. 2885) verlegte. 1716 erschienen I^lkkuts des Meir Schwersenz und Sedaalu Sekelom ^eruseliala^im, über Jerusalem von Gedalja aus Semiecz, beides ohne Drucker- oder Verlegernamen. 1716—7 die Nisekna mit Commentar von Raschi und Jakob Chagis (auch in größerem Format), corrigirt von dem oben (S. 38V) genannten Seeb W. b. Meschullam, auf Kosten seines Bruders Baer aus Posen. Nicht lange vor 1717 erschien s. 1. e. a. Nar'e Ka-Xetad, eine Anleitung zum Jüdischdeutschschreiben, insbesondere für Frauen, nebst Abbreviaturen von Chajjim b. Menachem Glogau (wovon ein Stück als Plagiat unter dem Namen Eber b. Petachja erschien). Der Verf. will im II. Theil das Privilegium der Rabbiner abdrucken, welches bis zum Jahre 1717 (NNP2) reiche, wo der Messias gekommen sein wird. ^) 1717 druckte B. Buchbinder den IV. Theil des Sekulekan ^.rueli (326 u. 18 Bl. kol.) auch in großem Format — den Pergament- Druck in Oxford hat wohl David Oppenheimer bestellt; serner Lstder mit jüdisch-deutscher Paraphrase, auf Kosten der Pine, Tochter des Wolf (beendet 12. Januar). Ohne Druckernamen erschien „Jüdischer Stamm" (B. 3642), endlich ohne Jahr bei B. Buchbinder „klaaZe «sesekurrm" jüdisch-deutsch. Hiermit endet diese Periode — aus dem Jahre 1718 ist mir kein Druck bekannt. Ob dieser Umstand mit damaligen allgemeinen Verhältnissen zusammenhänge, kann ich nicht angeben. Im Jahre 1717 wurde eine Commission zur Untersuchung der Judengesetze ernannt, deren Verlauf nicht sicher ist^) und eine Verordnung erlassen, daß kein fremder s) Über die Erwartung des Messias im Jahre 1717 citirt Wolf, Lidl. kew. IV, 519 (bei Zunz, Gesamm. Schriften III, 230) ^0. Luxtork, V188. varL. arZuin. <Ü88. VI Q. 9 (x. 107). L. Geiger II, 59, ..citirt für die Berliner Juden insbesondere die Schrift: Anmerkungen zu Dohm: Über die bürg. Verbess. d. Juden Berlin 1789 S. 75. — Wolf III x>. 258 hebt die Zeitbestimmung in unserem Schristchen als singulare in koe 8erixto hervor, indem das Jahr auf (4?7) in Jes. 60, 22 beruhe. Dagegen bemerkte ich im Oatal. Voäl. p. 831, daß die Schlußphrase eiue in solchen Fällen allgemein übliche sei. Nach obigen Citaten wäre es doch möglich, daß der Schreiber an jene Berechnung dachte. «) L. Geiger a. a. O. I, 33, II, 58. — Im Jahre 1717 ließ der getaufte Paul Wilhelm Hirsch seine „Entdeckung der Tekuphoth, oder das schädliche Blut, welches über die Juden viermal des Jahres kommt, laut ihrer eigenen 7*>1M^ oder Calender 2c." in Berlin drucken. Die Juden leiden an Hämorrhoiden wegen des vergossenen Blutes Christi 2c. (Wolf, B. H. III x. 903, vgl. IV x. 954). Zuletzt lehrt er, wie man die Juden bekehre.