Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1888-01-01
- Page
- 200 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräische Drucke in Deutschland. Von Moritz Steinschneider. (Fortsetzung von Bd. I S. 382: Berlin.) 8. <H- Vom Jahre 1708 an treffen wir als Setzer, Drucker und Verleger Baruch Buchbinder, früher Baruch Radoner genannt, aus Wilna (Cat. Bodl. S. 2849). Sein Name erscheint in Drucken von den Jahren 1708, 1709, 1712—4 und 1717; er ist wohl auch bei einigen in der Zwischenzeit erschienenen Drucken betheiligt. Sein Verhältniß zu Jablonski's Presse ist kaum zu ermitteln (vgl. a. 1714). Er begann mit einem sog. großen Siddur (Gebetbuch mit Jozerot, Psalmen:c. B. 2279), corrigirt von Salomo b. Mattatja, Dajjans in Lissa, der sich als „Feuerbrand, gerettet aus dem Feuer zu Lissa" bezeichnet^) Das 1709 von „Baruch aus Wilna" edirte Erbauungsbuch Aeena u-rveua ist ein auf der Rückseite des Titels beginnender, sonst vollständig identischer Abdruck der Ausgabe Franks, a. O. 1700 durch Gerson Wiener, der vielleicht geheimer Compagnon war, wie er auch 1709 eine neue Auflage des „Maasebuchs" verlegte (vgl. auch oben S. 380). Hingegen erschien eine neue Auslage des En Jakob mit Commentar (nach ed. 1683) „auf -Befehl (d. h. Kosten) des Vorstehers (^N^) Henoch b. Jsachar Baermann Levi^) und Jehuda b. David Jsak (Saeckel) Levi aus Fürth (vielleicht ein anderer Maecen?). Dieser Druck trägt auf dem Titel die bekannte Anpreisung „mit Typen aus Amsterdam"; inwieweit das wahr sei, habe ich nicht geprüft. Daß im selben Jahre 1709 auch ein Pentateuch mit deutscher Paraphrase erschienen sei (B. 777), bezweifle ich jetzt, Oa.ts.1. Voül. S. 3034, vgl. oben S. 1705, 1706, unten 1713. 1715. 2) (üatal. Loäl. x. 2865 habe ich die Vermuthung ausgesprochen, daß Henoch ein Sohn des bekannten Baermann aus Halberstadt sei; B. H. Auerbach (Gesch. der isr. Gem. Halberstadt S. 85) kennt einen Sohn dieses Namens nicht; damit ist die Frage nicht erledigt. Zu den Gründen für die Identification gehört der Umstand, daß Henoch auch in Franks, a. O. 1712 in gleicher Eigenschaft erscheint und daß die Unterstützung hebräischer Drucke Baermann selbst berühmt gemacht hat.