Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mittheilungen über jüdische Interieurs zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 11)
- Language
- German
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192 Schnapper-Arndt, Jüdische Interieurs zu Ende des 17. Iahrh. Traubenbecher, Stuzbecher"; alle zus. wiegen 13 Mark 3 q.; 2 Deckel zu Banhus (?) Gläsern, vergoldet, 3 Mark 5^ loch.!) „5 gürtelstück von schwartz Samett mit Silber beschlagen wiegen mit den Gürteln 2 marck 12 loch; 7 stück beschläg zu 1 Gürtel vergüldtä. 2marck 41/4 loch; 27 Löwen Kopffgen zu 1 Gürtel und anderes vergülvt" 19^ loch; 3 vergoldete Gürtel 2 Mark 5^ loch. „1 silbern Gieszkändtgen" 18^ loch; „1 Elendsklau in Silber eingefast"; „Historia der Ester auf Pergament klein geschrieben auf 1 Silbern Roll nebens etlichen Bildnußen darauf ö. 20 loch." 29 „Ducaten in specie", „1 Nürnberger Güldenthaler", „5 Königschaler und 1 Kopfstein"; „2 vergüldte Münzgen" 2^ loch; „1 gebrochener Ducat, 2 falsche stück goldt". „15 Guldenstück in einem Säckgen, 1 halb Dützen mit Weißpfennig,2) 3 Dutten mit Petermänngen^) und Groschen;" 8 Rthlr. in allerhand Münzen. Allerhand Silber in einem kleinen Augsburger Kistchen. „1 agath gesteck von 1 meßer u. gabel", 1 Löffel und ein mit Gold eingefaßtes Salzfäßchen, beide vermuthlich ebenfalls aus dem, damals häufig verarbeiteten, Achat verfertigt. Von mit Gold- und Silber verzierten Geräth- und Kleidungsstücken erwähne ich 2 Brautköller mit Flitter, 1 Koller mit Goldspitzen; drei Brautschleier mit Flitter, 1 Schleier mit Silber durchstochen, 2 Brautkrägen mit Silberspitzen, 2 Schlashauben mit Gold bordirt, ein grünes Schurztuch mit silbernen Franzen, „1 seiden bundigte Hand Zwehl mit silber durchzogen", „1 Cranz mit gülden Spitzen unter 1 leiltuch", 16 Handborten mit Flitter, Silber oder Gold, „2 Stirnblat mit gülden Borten" u. a. mehr; Silberne Spitzen in einem Kistchen 5^ loch; 4 Päckchen Flitter. Bei einigen Gegenständen und petschirten Packeten ist angemerkt daß sie Fremden angehören oder Unterpfänder seien; ich erwähne hierunter 1 Balsam Büchschen. Jacob David zum güldenen Roß lein sauf 1900 fl. eingeschätzt), hat hauptsächlich Manufakturwaaren vertrieben. (Inventar vom 17. Juni 1690). Etwa 300 paar Strümpfe, 59 paar Handschuhe, 11 graue und schwarze Hüte; Halstücher, Schleier; 18 Koller theils mit theils ohne Spitzen, 12 Kinds-Köller und einiges mehr. Im Stück ist vorhanden Leinwand, Baumwollentuch, Barchet, Krepp, ^argie?c. (zus. ca. 150 Stück, einige davon angeschnitten). Auch zinnene Knöpfe sind en xroZ vorhanden. 2) Christen wie Juden pflegten als Gevattergeschenke Silberpiecen und insbesondere Becher zu spenden. Im Anschluß an analoge Bestimmungen der städtischen Kleiderorduungen versuchte die jüdische nachmals den Werth dieser Geschenke zu limitiren; nur der Vater sollte dem Sohn nach Belieben spenden dürfen, alle anderen Gevatter jedoch höchstens 20 Loth an Gewicht. 2) Weißpfennig 1 albus — 2 Kreuzer. 3) Kleine Münze, nach der im Trierischen bis gegen 1802 gerechnet wurde. S. u. a. Hirschs Münzarchiv VIII, 446.