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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 2 · p. Seite 170

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 2
Article
Die Rückkehr der Juden nach Frankfurt am Main im Jahre 1360
Date
1888-01-01
Page
Seite 170 (sequence 17)
Language
German
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170 Jos. Goldschmidt, Die Rückkehr der Juden nach Franks, a. M. i. 1.1360. teidinge an uch zu suchen. Wie sie mugen, des scribt in uwern Willen. Gegeben under eime gebeten Jnsigele." Die beiden Bittsteller sind nicht ausgenommen worden. V. Zum Schlüsse darf die Frage nach der Bedeutung der Wiederkehr der Juden aufgeworfen werden. Auch hierfür muß daran festgehalten werden, daß sie noch in höherem Grade als die Vertreibung von 1349 eine bloße Geldangelegenheit war. Es fehlt jede andre Rücksicht. Welchen Vorteil gewährte nun die Rückkehr? Hundert Gulden jährliche Einnahme rechtfertigen wahrlich die Bemühungen des Rates nicht. Erst allmählich und viel später erfreute sich die Stadt des Judenschosses, als sie die Forderungen des Ritters von Sachsenhausen und des Grasen von Epstein abgelost, als sie für eine abermalige schwere Summe das zweite Halbteil vom Kaiser erstanden und auch den Schultheiß von Paradies durch Ablösung befriedigt hatte. Auch die indirekten Einnahmen können nur gering angeschlagen werden, welche der Bürgerschaft oder der Stadtkasse durch die Anwesenheit von weniger als 100 Seelen zuflössen: etwa die Weingelder, Gebühren bei Schuldverschreibungen und ähnliches. Selbst der Verkauf einiger Hofstätten, der nun energischer betrieben worden zu sein scheint^), trug nur wenige hundert Pfund ein und hätte ohne die Wiederaufnahme geschehen können. Wichtiger mußte es schon sein, daß die Judenschaft bisweilen Geschenke von 1000 und 2000 fl. der Stadt verabreichte. Der Hauptnachdruck scheint aber darauf zu fallen, daß die Stadt zu jeder Zeit etliche hundert und tausend Gulden entleihen konnte. Vor den Zinsen schrak sie nicht zurück. Schon bei anderen Darlehen zahlte sie für die kündbaren Wiederkäufe 7'/? bis 8Vz selbst 10^, für die Leibgedinge sogar 121/2"/,, abgesehen von den Nebenkosten für solche, welche das Geld auftrieben. Somit war der Prozentsatz der Judenschulden verhältnismäßig nicht so drückend, als er uns heute erscheint. Ferner aber lud man sich mit den Leibgedingen eine dauernde Last für ein oder zwei Menschenalter auf, die man nicht selten unnützer Weise noch dann zahlte, wenn der berechtigte Empfänger schon tot war. Die Schulden der Juden dagegen trug man jederzeit ganz oder teilweise ab, wenn die Meßerträgnisse oder die Wein- oder Bedegelder einen günstigen Abschluß ergeben hatten. Selbst die Zinsen entrichtete man nach Belieben, nach der Messe oder bei der Abrechnung der städtischen Gelder, sogar wöchentlich, und so wurde der Druck weniger empfunden. Nur auf diese Weise wird es begreiflich, daß der Stadt an der Rückkehr der Juden so sehr gelegen war. Gleichwohl war der Wiedereinzug unter so großer Beschränkung des Erwerbes und unter Gestattung eines so hohen Zinsfußes kein Glück für die Bürger. Denn der Privatmann wird wohl 2 Heller für das Pfund gezahlt haben, und wie sollte nicht die Gelegenheit, sich für Wucherzinsen ') Rmb. 1358, 1361.

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