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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 2 · p. Seite 156

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 2
Article
Die Rückkehr der Juden nach Frankfurt am Main im Jahre 1360
Date
1888-01-01
Page
Seite 156 (sequence 3)
Language
German
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156 3os. Goldschmidt, Die Rückkehr der Juden nach Franks, a. M. i. I. 1360. Ihre neuen Angehörigen versuchte also die Stadt vor der plötzlichen Gefahr zu schützen. Den Juden mußte es zu gute kommen, daß sie k'/z S daran wagte, 11 erkiredln um äie aläen Ltaä uuä umd 6er ^uäsn kiredod (der sich damals hart an die Mauer der Altstadt anlehnte) 211 maekens. Allein der Angriff der Geißler war mächtiger. Bier Wochen nach dem Abschluß der Verpfändung, 14 Tage nach Karls Abreise, am 24. Juli 1349 plünderten und verbrannten die rohen Eindringlinge das Judenquartier. Eine möglichst genaue Darstellung des Ereignisses giebt Kriegk.Hier sei nur angeführt, daß das städtische Geschütz (oder Löschapparat) zwar aufgefahren wurde, aber wenig zu löschen hatte und bald wieder auf das Rathaus zurückgebracht wurde. In Trümmern lag die Judengasse 2), von dem Domkirchhos konnte man zur Mainbrücke hinübersehen. Es kamen sämtliche Mitglieder der damals ansehnlichen Gemeinde um, wenigstens ist keine Kunde von einer etwaigen Rettung zu uns gelangt. Eine Woche nach dem Brande erhielt ein Zimmermann den Befehl, die nunmehr der Stadt gehörigen Plätze mit einem Zaune einzuhegen, äie kodesteäe 2U virslakene. ^) II. War Zeit und Art der Vernichtung der Frankfurter Judengemeinde stets w den wesentlichsten Punkten sicher nachweisbar, so schwebte über der Wiederaufnahme ein tiefes Dunkel. Das Toben der Geißlerbrüderschasten hat im Bunde mit der Pest in den folgenden Jahren so arge Verirrung in den deutschen Städten angerichtet, daß der Zusammenhang der Ereignisse für die Gegenwart oft unkenntlich ist. Daher stammen viele Irrtümer. Wenn wir z. B. im Rechenmeisterbuch eine Notiz über die Reise des städtischen Boten Herbort Richter nach Mainz Qaek äer ^uäen kuäe lesen (1349, Aug. 8), so vermutet Kriegs), daß Flüchtlinge ihre Schätze dahin gebracht hätten. Wie schwach eine solche Vermutung ist, erhellt schon daraus, daß Kriegk noch eine zweite ausstellt, wonach der Gesandte sich nach dem Raube der Geißler habe umsehen wollen. Beide Vermutungen sind überflüssig. Denn der Bischof von Mainz hatte damals gewisse Ansprüche auf die Juden, und wie schon ein Jahr vorher (18. Mai) Salman Fischlin ^) zur Ordnung der Judenangelegenheit in die Nachbarstadt gereist war, so konnte jetzt Richter die Sache weiter verfolgen, erst in Mainz, dann mit dem Bürgermeister Clabelauch zusammen vor dem Könige in Köln. Dabei muß man sich vorläufig beruhigen. Ebenso blieb die Frage nach dem Zeitpunkt der Wiederaufnahme in Frankfurt lange unbeantwortet. Man begnügte sich damit, daß sie 1360 als steuerzahlende Bürger aufgeführt werden, und hielt es dabei nicht für t) Kriegk, Frankfurter Bürgerzwiste und Zustände im Mittelalter, 1862, 422 ff. 2) Von der heutigen Saal- bis zur Fahrgaffe. 2) Fr. St. Arch. Rmb. 1348, S. 34. Bürgerzwiste, 424. 5) Rmb. 1348, S. 24.

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