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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 247

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
Date
1887-01-01
Page
Seite 247 (sequence 18)
Language
German
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vr. I. Kracauer, Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. 247 wissen wir nicht. Dagegen erfüllte er vollständig ihre Wünsche bezüglich der Bücherkonfiskation. Am 23. Mai erließ er das Mandat von Augsburg an den Rat von Frankfurt. Er teilt diesem mit/) „daß er sich aus merklichen Ursachen (die wir nunmehr kennen) veranlaßt gesehen habe, die dem Erzbischof v. Mainz bezüglich der jüdischen Schriften erteilte Kommission wieder zurückzunehmen, und daß er ihm verboten habe, bis auf weiteres gegen die Juden vorzugehen. Die Bücher, welche der Rat in Verwahrung genommen habe, solle er den Juden wieder zurückgeben, doch sollte ihr Titel genau aufgezeichnet werden und die Juden geloben, sie unverändert in ihren Synagogen, Schulen und Häusern zu gebrauchen und sie bis zur Vollendung des kaiserlichen Vornehmens und einer Beschau derselben nicht aus der Stadt zu schaffen. Vergingen sich die Juden gegen dieses Verbot, so würde er ihnen wiederum die Bücher wegnehmen lassen. Dieses Mandat erhielt der Rat am 6. Juni.2) Er kam demselben auch gleich nach.^) Am nächsten Tage wurde den Juden das Mandat vorgelesen, und nachdem sie die strenge Beobachtung desselben versprochen hatten, gab man ihnen die Bücher zurück. Höchst wahrscheinlich verfuhr man in gleicher Weise mit den Juden in Worms, Mainz, Bingen, Lahnstein und Deutz. Somit war die drohende Wolke glücklich vorübergezogen. Freudigen Herzens teilten die Frankfurter Juden den ganzen Verlauf des Kampfes um die Bücher bis zu dem für sie so günstigen Austrag allen Gemeinden mit.^) Denn mit dem Ausburger Mandate hatte nach der Meinung der Frankfurter sowie der übrigen deutschen Juden die Bücherangelegenheit ihren endgültigen Abschluß gefunden. Allein noch waren sie nicht aller Gefahr entronnen; bald darauf zogen sich wieder Wolken gegen sie zusammen. Sowohl des Kaisers Schwester Kunigunde, als auch der Erzbischof wurden durch das Augsburger Mandat tief verletzt und empfanden es als eine persönlich erlittene Niederlage. Uriels bisherige Thätigkeit in dieser Sache wurde jetzt vom Kaiser für ungültig erklärt; naiver, so v. A. nerre keresoZ NriZK Kinder LitxiuZ den Zudden steende ns.it detreÜen, naon dem er svv ^sr lanZl^ mit dein pt'ande stille 2n steen A6v^i11iA6t nade. Geiger (Archiv S. 215) kannte den genaueren Inhalt dieses Mandats nicht. Er setzt es S. 214 Anmerk.: „etwa Mitte Mai". Erhalten ist es uns im Frankfurter Stadtarchiv und im Amsterdamer Manuskript, aus dem es Graetz in den Monatsheften und von da aus in seiner Geschichte Bd. IX S. 530 inkorrekt abgedruckt. 2) Mcht am 9. Juni, wie Geiger S. 216 Anmerk. hah S. LrZind. teria Quinta post Lonitaeü (9/6): evn kavserliek rnandat von v. allerZnedi^isten kern kern Naxirnilian etv. dem rate nkerliekert, dar iuris svner ras. eornrnission v. Z. Ii. von Klents desekesn der indiseken düeker Kälber vtlZekedt, vnd dieseiden Hücker den «sndden Nidder 2n iren anstellen vnd tolZS 2n 1ais2enn — dem rnandat naok säuern inkalt tolZe tknn, die trnnds dar inns 2U kandeln ^laood Rnkns2, Gildreekt. Aoltsknsen, Andres Lkrden der Ltatsekriber. 2) S. am Ende des Fascikel: vt? diesen vorZesokriedsn taZ (tritaZ naek Loniiaoiv) ist das kev. inar. rnandat oder relaxaeion verlesen w orden das, die alle (--- versammelten Juden) also 2n kalten der ^aood Rnknsen Zelopt Kaden etc. Pfefferkorn erwähnt die Herausgabe der Bücher in s. vekensio Liv und übersetzt eine Stelle des Mandats wörtlich. 4) S. vekensio l. o.

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